Externe Qualitätssicherung: IQTIG stellt seinen Qualitätsreport 2016 vor

Berlin, 27. September 2017 – Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat den Qualitätsreport 2016 veröffentlicht. Er beinhaltet die Ergebnisse der externen Qualitätssicherung für das Erfassungsjahr 2016 sowie einen Vergleich mit den Ergebnissen des Vorjahres.
Das IQTIG publiziert den im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erstellten Qualitätsreport jedes Jahr im Herbst.

Erstmals wird im neuen Qualitätsreport auch ein sektorenübergreifendes Verfahren vorgestellt, das die Versorgungsqualität der Diagnostik und The-rapie mit Herzkathetern thematisiert. Da das Verfahren noch im Aufbau ist, enthält der diesjährige Qualitätsreport dazu noch keine Auswertungen. Ebenfalls neu: Die Texte zu den einzelnen Qualitätssicherungsverfahren sind im Vergleich zum Vorjahr ausführlicher gestaltet, um die vielfältigen Aspekte der Patientenversorgung verständlicher zu erläutern und die statistischen Zahlen hilfreich einordnen zu können.

Öffentlich vorgestellt wird der neue Report am 29. September 2017 auf der 9. Qualitätssicherungskonferenz des G-BA in Berlin. Als PDF-Datei steht er bereits unter www.iqtig.org – erstmals in barrierefreier Form (PDF/UA-Standard) – zum Download zur Verfügung.

Gedruckte Exemplare können unter qualitaetsreport (at) iqtig.org kostenlos bestellt werden.

Datenbasis des Qualitätsreports 2016

Der vorliegende Qualitätsreport beschreibt 25 QS-Verfahren in neun Versorgungsbereichen. Im Erfassungsjahr 2016 wurden von den Krankenhäusern dazu rund 2,5 Millionen Datensätze übermittelt, das sind rund 700.000 weniger als im Erfassungsjahr 2015. Diese geringere Anzahl an Datensätzen ist vor allem durch den Wegfall des alten stationären QS-Verfahrens zu Herzkathetern und dem bislang noch unvollständigen Datenpool zum entsprechenden sektorenübergreifenden Verfahren Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie zu erklären.

Qualitätsindikatoren und Validität der Daten

In den 25 QS-Verfahren der externen Qualitätssicherung wird das Erreichen von Qualitätszielen anhand von insgesamt 266 Indikatoren gemessen. 238 davon gehören zu den Verfahren nach QSKH-RL, 28 kamen durch das neue sektorenübergreifende Verfahren dazu. Die Anzahl der Qualitätsindikatoren ist mit 266 diesmal geringer – im Erfassungsjahr 2015 waren es noch 351. Damit fielen 129 Indikatoren zum Erfassungsjahr 2016 weg, während 44 neue Indikatoren eingeführt wurden. Die Vollzähligkeit der von den Krankenhäusern gelieferten QS-Datensätze ist in den vergangenen Jahren insgesamt nahezu gleich geblieben und liegt im Erfassungsjahr 2016 bei 99,94 Prozent.

Neben üblichen Überarbeitungen im Rahmen der Verfahrenspflege ist vor allem die Streichung von bisherigen Qualitätsindikatoren ohne Referenzbereich der Grund für die hohe Anzahl weggefallener Indikatoren. Dies entspricht der Absicht, die Verfahren schlanker und fokussierter zu gestalten. Da Bewertungen der Versorgungsqualität nur mittels eines Abgleichs zwischen dem Indikatorergebnis eines Leistungserbringers und einem Referenzbereich erfolgen können, ist ein Referenzbereich notwendiger Bestandteil eines Qualitätsindikators.

Gesetzliche Verpflichtung zur externen Qualitätssicherung

Seit 1996 besteht in Deutschland für die stationäre Versorgung und inzwischen auch für die ambulante Versorgung die gesetzliche Verpflichtung zur Sicherung der Qualität in Qualitätssicherungsverfahren (kurz: QS-Verfahren). Alle Leistungserbringer sind verpflichtet, qualitätsrelevante Daten zur Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten zu dokumentieren, die dann zur Bewertung der Versorgungsqualität vergleichend ausgewertet werden. Die jeweiligen QS-Verfahren werden vom G-BA in der Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL) und der Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (Qesü-RL) definiert.

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Strukturierter Dialog und Datenvalidierung: IQTIG veröffentlicht Berichte zur externen Qualitätssicherung im Krankenhaus

Berlin, 14. September 2017 – Das IQTIG hat die Berichte zum Strukturierten Dialog 2016 und zur Datenvalidierung 2016 vorgelegt. Beide Berichte beziehen sich auf das Erfassungsjahr 2015. Sie sind mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) abgestimmt und stehen unter Berichte/Strukturierter Dialog sowie Berichte/Datenvalidierung auf der Website des IQTIG zum Download zur Verfügung.

Bericht zum Strukturierten Dialog

Der Strukturierte Dialog ist ein seit langem bewährtes Instrument der externen Qualitätssicherung. Mit ihm ist es möglich, auffällige Messergebnisse genauer zu untersuchen und so zu klären, wie diese zustande gekommen sind.

Die Krankenhäuser in Deutschland übermitteln kontinuierlich an die beauftragten Einrichtungen auf Landesebene sowie an das IQTIG qualitätsbezogene Daten aus verschiedenen medizinischen Versorgungsbereichen. Auf Grundlage dieser Daten aus dem Jahr 2015 wurde mithilfe von 208 Qualitätsindikatoren die Versorgungsqualität überprüft, beispielsweise in Hinblick auf eine korrekte Indikationsstellung oder niedrige Komplikationsraten. Ergab sich dabei ein Verdacht auf Defizite in der Qualität der medizinischen Versorgung, wurde dies jeweils im direkten Kontakt mit den betroffenen Einrichtungen thematisiert. Überall dort, wo sich Qualitätsdefizite bestätigt haben, wurden die Krankenhäuser zur Verbesserung aufgefordert und es wurden mit ihnen ggf. Zielvereinbarungen geschlossen, in denen sich diese zu konkreten Verbesserungsmaßnahmen verpflichten.

Bericht zur Datenvalidierung

Um die Zuverlässigkeit der für die externe Qualitätssicherung übermittelten Daten zu gewährleisten, werden diese auf Vollzähligkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit im Rahmen des Datenvalidierungsverfahrens überprüft. Dabei wird bei Auffälligkeiten in der Dokumentation ein Strukturierter Dialog mit den Krankenhäusern geführt, um deren Ursache zu klären. Ebenso findet jährlich bei einer zufälligen Auswahl an Krankenhäusern und Behandlungsfällen ein Vor-Ort-Abgleich der übermittelten QS-Daten mit den Angaben in den Patientenakten statt.

Insgesamt haben 1.834 Krankenhäuser in Deutschland Daten für die externe Qualitätssicherung für das Jahr 2015 übermittelt. Mit 714 Krankenhäusern wurde ein Strukturierter Dialog aufgrund von Auffälligkeiten in der Dokumentation geführt. Bei 372 dieser Krankenhäuser stellte sich im Ergebnis heraus, dass tatsächlich Dokumentationsfehler vorlagen. Im Hinblick auf die Vollzähligkeit wurde mit 219 Einrichtungen ein Strukturierter Dialog aufgrund von fehlenden Datensätzen geführt.

Das IQTIG

Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) ist eine Einrichtung der gleichnamigen Stiftung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und hat seinen Sitz in Berlin. Gegründet wurde das Institut im Januar 2015. Das IQTIG ist das zentrale Institut für die gesetzlich verankerte Qualitätssicherung im Gesundheitswesen (§ 136 ff SGB V). Entsprechend seinen Statuten ist es wissenschaftlich unabhängig und arbeitet insbesondere dem G-BA, aber auch dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit seiner Expertise bei verschiedensten Aufgaben der Qualitätssicherung medizinischer Versorgung zu. Ausführliche Informationen zur wissenschaftlichen Arbeit des IQTIG finden Sie auf der Website unter Das IQTIG/Grundlagen.

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Erster Tätigkeitsbericht des IQTIG veröffentlicht

Berlin, 31. August 2017 – Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz (IQTIG) hat seinen ersten Tätigkeitsbericht vorgelegt. Er umfasst die Jahre 2015 und 2016 und informiert über die Gründungs- und Aufbauphase sowie das erste Verfahrensjahr des Instituts. Damit verbunden war die Übernahme der Verantwortung für die bundesweiten Qualitätssicherungsverfahren nach den §§ 136 ff. SGB V zum 1. Januar 2016 im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sowie der Start von drei neuen QS-Verfahren im Bereich Sektorenübergreifender Qualitätssicherung nach der Qesü-RL und Planungsrelevanter Qualitätsindikatoren nach der plan. QI-RL. Der Bericht stellt auch die Personal- und Organisationsstruktur des IQTIG dar und beschreibt die gesetzlichen Grundlagen, auf deren Basis das IQTIG arbeitet. Ein Überblick über die erstellten Berichte und Entwicklungsergebnisse sowie ausgewählte Zahlen zur Arbeit des IQTIG runden den ersten Tätigkeitsbericht ab. Unter www.iqtig.org steht der Bericht auch zum Download bereit.

Am 21. August 2014 errichtete der G-BA auf gesetzlicher Grundlage (§ 137a SGB V) die Stiftung für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen und gründete am 9. Januar 2015 als Einrichtung dieser Stiftung das entsprechend benannte Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG).

Nach § 137a Abs. 1 SGB V ist das IQTIG wissenschaftlich unabhängig. Das Institut arbeitet vor allem im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G BA), kann aber auch vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beauftragt werden. Das Aufgabengebiet ist die vergleichende einrichtungsübergreifende Qualitätssicherung medizinischer Versorgung nach den §§ 136 ff. SGB V.

Fazit des Tätigkeitsberichtes: Seit Übernahme der Funktion als Institut nach § 137a SGB V konnten zwei neue Qualitätssicherungsverfahren (QS-Verfahren) durch Beschluss des G-BA gestartet werden – beide im Bereich der Sektorenübergreifenden Qualitätssicherung. Der Start der ersten planungsrelevanten Qualitätsindikatoren in 2017 wurde erfolgreich vorbereitet. 26 QS-Verfahren werden in der Routine fortgeführt und kontinuierlich weiterentwickelt. Zehn Aufträge des G-BA für Neuentwicklungen wurden begonnen. Für sieben von Ihnen liegen bereits Zwischen- oder Abschlussberichte vor.

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IQTIG veröffentlicht Qualitätsindikatorendatenbank 2016

Berlin, 6. April 2017 – Das IQTIG hat am 6. April 2017 die Qualitätsindikatorendatenbank 2016 – kurz QIDB – im Internet veröffentlicht. Diese informiert im Detail über alle Indikatoren, die in den derzeitigen Qualitätssicherungsverfahren verwandt werden.

In der QIDB 2016 sind die Rechenregeln von 238 Qualitätsindikatoren und 153 Auffälligkeitskriterien definiert. Für die erstmalig ausgewerteten Follow-up-Indikatoren in den QS-Verfahren Herzschrittmacherversorgung sowie Hüft- und Knieendoprothesenversorgung wird außerdem in einem gesonderten Methodendokument die biometrische Auswertungsmethodik detailliert beschrieben.

Mit der Veröffentlichung trägt das IQTIG zu einer weiteren Steigerung der Transparenz im Gesundheitswesen bei: Es macht erstmalig alle Details der eingesetzten Indikatoren einschließlich der verwendeten Rechenregeln öffentlich und verbessert damit die Nutzungsmöglichkeiten für die interne Qualitätssicherung in den Krankenhäusern und die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Die Qualitätsindikatoren werden kontinuierlich weiterentwickelt und so an die sich wandelnden Erfordernisse einer modernen Qualitätssicherung im Gesundheitswesen angepasst.

Neues QS-Verfahren zur Vermeidung von Wundinfektionen nach Operationen: Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Expertengremium gesucht

Berlin, 13. Februar 2017 – Das IQTIG vergibt Plätze im Expertengremium für das neue Qualitätssicherungsverfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen - postoperative Wundinfektionen (QS WI) nach der Qesü-Richtlinie. Gesucht werden Expertinnen und Experten mit praktischer Erfahrung im Bereich der nosokomialen Wundinfektionen. Dies betrifft u. a. folgende Berufsgruppen:

  • stationär und ambulant operierende Ärzte aus den jeweiligen Fachgebieten
  • Hygienikerinnen und Hygieniker oder Hygienefachkräfte aus dem Krankenhausbereich und dem vertragsärztlichen Bereich
  • Pflegekräfte aus dem OP-Bereich des Krankenhauses

Darüber hinaus können Kodierexpertinnen und Kodierexperten sowie fachärztliche Vertreterinnen und Vertreter der Krankenkassen aus einem der Gebiete teilnehmen, die für das Qualitätssicherungsverfahren in Betracht kommen. Dazu zählen die Chirurgie bzw. Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Plastische Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Urologie.

Seit dem 1. Januar 2017 gibt es erstmals ein verpflichtendes Qualitätssicherungsverfahren, das ausschließlich postoperative Infektionen betrifft. Ziel des Verfahrens ist es, die Qualität der stationären und ambulanten medizinischen Versorgung zur Vermeidung nosokomialer Infektionen, insbesondere postoperativer Wundinfektionen, zu messen, vergleichend darzustellen und zu bewerten. Dafür, wie auch für die Weiterentwicklung dieses Verfahrens, ist die Einbindung von Expertinnen und Experten vorgesehen.

Detaillierte Informationen zu den Aufgaben des Gremiums sowie zu den Bewerbungsvoraussetzungen finden Sie hier.

Informationen zum Auftrag des G-BA finden Sie hier.

Wissenschaftliche Grundlagen transparent dargelegt: Version 1.0s der „Methodischen Grundlagen“ geht ins Stellungnahmeverfahren

Berlin, 1. Februar 2017 – Das IQTIG hat die Vorversion seiner „Methodischen Grundlagen V1.0s“ vorgelegt. Darin werden die methodischen Arbeitsgrundlagen als fachlich unabhängiges, wissenschaftliches Institut nach § 137a SGB V dokumentiert. Das Dokument richtet sich ebenso an die wissenschaftlich-medizinische Fachöffentlichkeit wie an die allgemeine Öffentlichkeit, wie zum Beispiel Patienten und interessierte Bürger.

In einem ersten Schritt können nun Einrichtungen des Gesundheitswesens, Patientinnen und Patienten und deren Vertreter sowie fachkundige Einzelpersonen bis zum 31. März 2017 ihre schriftliche Stellungnahme per E-Mail abgeben. Details zur Teilnahme sowie ein Formular zur Stellungnahme finden Sie hier. In einem zweiten Schritt werden die „Methodischen Grundlagen“ dann ab April auf der Basis der Kommentare und Vorschläge nochmals überarbeitet. Im Sommer wird die endgültige Version 1.0 der „Methodischen Grundlagen“ zusammen mit der Würdigung der Stellungnahmen auf den Internetseiten des Instituts veröffentlicht. Zentraler Kontakt für schriftliche Stellungnahmen sowie alle Fragen zu den „Methodischen Grundlagen“ des IQTIG: methoden(at)iqtig.org

Mit den „Methodischen Grundlagen“ beschreibt das IQTIG detailliert die wissenschaftliche Basis, auf der es seine Qualitätssicherungsverfahren einschließlich Patientenbefragungen im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) entwickelt, aktualisiert und durchführt. Auch die „Methodischen Grundlagen“ selbst werden kontinuierlich weiterentwickelt und regelmäßig fortgeschrieben. Ergänzend dazu wird das IQTIG im Frühjahr 2017 sein Verfahrenshandbuch veröffentlichen. Dort werden die praktischen Abläufe der Qualitätssicherungsverfahren dargestellt. Das Verfahrenshandbuch soll damit vor allem denjenigen als Informationsquelle dienen, die für die Durchführung der Verfahren verantwortlich sind oder an der Durchführung beteiligt sind.

Besserer Schutz vor Wundinfektionen nach Operationen: Neues sektorenübergreifendes Qualitätssicherungsverfahren gestartet

Berlin, 11. Januar 2017 – Wundinfektionen gehören zu den typischen Komplikationen, die infolge eines chirurgischen Eingriffes auftreten können. Das gilt unabhängig davon, ob der Patient ambulant oder stationär behandelt wurde. Um die Gefährdung der Patienten erkennen und reduzieren zu können, werden seit dem 1. Januar 2017 Wundinfektionen in dem neuen Qualitätssicherungsverfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI) sektorenübergreifend bis zu einem Jahr nach dem Eingriff erfasst. Dazu werden auch die Sozialdaten der Versicherten bei den Krankenkassen genutzt. Neben Informationen zu postoperativen Wundinfektionen werden auch Informationen zum Hygiene- und Infektionsmanagement der teilnehmenden Leistungserbringer erfasst. Ein gutes Hygiene- und Infektionsmanagement hilft dabei, dass im Rahmen der medizinischen Versorgung auftretende Infektionen vermieden werden. Erfasst werden hierzu zum Beispiel die Anzahl der Patienten auf den Intensiv- und Allgemeinstationen, der Grad der Umsetzung von internen Leitlinien bei der Antibiotikaprophylaxe oder der Umgang mit sterilen Geräten und Medizinprodukten. Grundlage für das Qualitätssicherungsverfahren ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus dem Dezember 2015, in dem das IQTIG beauftragt wird, mit den Partnern des Gesundheitswesens das Qualitätssicherungsverfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI) umzusetzen.

In einer fünfjährigen Erprobungsphase werden die gesammelten Daten quartalsbezogen an alle ambulanten und stationären Einrichtungen zurückgespiegelt. Ziel ist es, dadurch die Anzahl der nosokomialen Infektionen zu senken. Bei der Entwicklung des Qualitätssicherungsverfahrens achtete das IQTIG besonders darauf, den bürokratischen Aufwand für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte so gering wie möglich zu halten. Es arbeitet bei der Weiterentwicklung des Verfahrens eng mit anderen beteiligten Institutionen auf Bundes- und Landesebene, wie zum Beispiel dem Robert Koch-Institut, zusammen. Informationen zur Umsetzung finden Krankenhäuser und Arztpraxen in den Umsetzungshinweisen, die laufend aktualisiert werden (letzter Stand: 02.01.2017).

Das IQTIG entwickelt als fachlich unabhängiges, wissenschaftliches Institut für den G‐BA Qualitätssicherungsverfahren und beteiligt sich an deren Durchführung. Basis sind die „Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern“ – kurz QSKH-RL – und die „Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung“ – kurz Qesü-RL. Daran sind alle in Deutschland nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser und Vertragsärzte gebunden.

Derzeit führt das IQTIG 26 QS-Verfahren durch: 24 nach QSKH-Richtlinie, zwei nach Qesü-Richtlinie. Anfang 2016 ist mit dem Verfahren Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie erstmals ein sektorenübergreifendes Verfahren gestartet. Es betrifft Untersuchungen und Eingriffe an den Herzkranzgefäßen bei Patienten, bei denen ein Herzinfarkt droht oder akut abgewendet werden soll.