Datenerfassung und -übermittlung

Das IQTIG ist das zentrale Institut für die gesetzlich verankerte Qualitätssicherung im Gesundheitswesen in Deutschland. Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G‐BA) entwickelt das Institut Qualitätssicherungsverfahren und beteiligt sich an deren Durchführung. Die genauen Aufgaben des IQTIG in der einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung sind in § 137a Abs. 1 des Sozialgesetzbuches (SGB) Fünftes Buch (V) beschrieben. Seit dem 1. Januar 2016 führt das IQTIG die externe stationäre und sektorenübergreifende Qualitätssicherung im Gesundheitswesen durch.

Dokumentationspflicht

Die Leistungserbringer sind zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der von ihnen erbrachten Leistungen verpflichtet. Das ist in § 135a SGB V geregelt. Danach muss jede Klinik und jeder Arzt, die oder der an der externen vergleichenden Qualitätssicherung teilnimmt, Daten dokumentieren und an die zuständigen Einrichtungen der Landes- und Bundesebene senden. Dabei sind die Erfordernisse des Datenschutzes zu beachten.

Für die dazu notwendige Software veröffentlicht das IQTIG Spezifikationen, die die inhaltlichen und technischen Anforderungen an dieses Datenmanagement beschreiben. Alternativ können Sozialdaten bei den Krankenkassen oder Daten aus Befragungen für die externen Qualitätsvergleiche genutzt werden.

Datenschutz steht an oberster Stelle

Der Schutz sensibler Daten von Patienten und Patientinnen aber auch von Krankenhäusern und Arztpraxen hat für das IQTIG höchste Priorität. Deshalb arbeitet das Institut nur mit Daten, die anonymisiert oder pseudonymisiert sind und verschlüsselt übertragen werden. So ist sichergestellt, dass den einzelnen Daten keine konkreten Patienten zugeordnet werden können und ein Zugriff Unbefugter ausgeschlossen ist. Dafür stellt das IQTIG regelmäßig aktualisierte Verschlüsselungs- oder Servicedateien zur Verfügung.

Die Verfahren zur externen Qualitätssicherung müssen, bevor sie in Kraft treten, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur Bescheinigung der datenschutzrechtlichen Unbedenklichkeit vorgelegt werden. Das IQTIG arbeitet mit diesen Daten unter Beachtung der Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IQTIG sind zudem zur Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzbestimmungen verpflichtet und darin auch geschult.

Der Weg der Daten

Die Wege zur Übermittlung der Daten richten sich nach den in den jeweiligen Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) genannten Verfahren. Zwei der wichtigsten Richtlinien des G-BA für die Arbeit des IQTIG sind die "Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern“ (QSKH-RL) und in der "Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung" (DeQS-RL).

Direkte und Indirekte Verfahren

In der externen Qualitätssicherung wird zwischen direkten und indirekten QS-Verfahren unterschieden. Für direkte - oder bundesbezogene - Verfahren ist das IQTIG zuständig. Dabei handelt es sich um QS-Verfahren, die aufgrund einer geringen Anzahl betroffener Krankenhäuser bundesländerübergreifend betreut werden. Konkret betrifft dies die Herzchirurgie und Transplantationen.

Hinzu kommen die Daten, die das Institut über Patientenbefragungen erhebt sowie Sozialdaten bei den Krankenkassen. Sofern personenidentifizierende Daten übermittelt werden, werden die Daten durch eine Vertrauensstelle pseudonymisiert.

Dem gegenüber stehen die indirekten - oder landesbezogenen - QS-Verfahren. Hier ist die Landesebene für die Datenerfassung und –übermittlung zuständig: die Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung (LQS), die Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) oder die Landeskrankenhausgesellschaften (LKG).

Weitere Partner des IQTIG in der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung sind die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV), die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) sowie die Landesverbände der Krankenkassen und der Ersatzkassen.