Patientenbefragungen

Sicht der Patienten als ergänzende Perspektive

Ziel der Patientenbefragungen ist es, bestimmte Inhalte zu erfragen, die aus Sicht der Patientinnen und Patienten zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung gehören. Dazu zählen Ergebnisse und Ereignisse der Versorgung, wie zum Beispiel Fragen zu Schmerzen oder Inhalten von bestimmten Aufklärungsgesprächen. Der Faktor „Zufriedenheit“ steht dabei nicht im Vordergrund. Vielmehr sollen anhand bestimmter Gegebenheiten und Erlebnisse der Patientinnen und Patienten qualitätsrelevante Merkmale der Versorgung abgebildet werden. Weitere Informationen zum methodischen Ansatz und zur Fragebogenentwicklung finden Sie in den „Methodischen Grundlagen“ des IQTIG.

Welche Patientenbefragungen gibt es?

Derzeit entwickelt das IQTIG Fragebögen für

  • Herzkatheter/Stent: Patientinnen und Patienten mit einer Herzkatheteruntersuchung, Stenteinlage oder Ballonerweiterung der Gefäße am Herzen
  • Schizophrenie/Psychose: Patientinnen und Patienten, bei denen eine Schizophrenie bzw. Psychose festgestellt wurde
  • Nierenersatztherapie: Patientinnen und Patienten, die auf Grund einer chronischen Niereninsuffizienz dialysepflichtig sind oder eine Nieren- bzw. Nieren-/Pankreastransplantation erhalten haben.

Fragebögen durchlaufen einen mehrstufigen Entwicklungsprozess

Für jedes QS-Verfahren werden individuelle Fragebögen entwickelt, die sich an den Zielen des QS-Verfahrens und Inhalten der Versorgung orientieren. Welche konkreten Themen in den Fragebögen abgebildet werden, wird in einem mehrstufigen Entwicklungsprozess festgelegt. Dieser besteht aus einer Literaturrecherche, Gruppendiskussionen (Fokusgruppen) und Interviews mit Patientinnen und Patienten. Aber auch die beteiligten Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal oder Therapeutinnen und Therapeuten werden über Fokusgruppen und Interviews eingebunden. Zudem berät ein Expertengremium, welches sich ebenfalls aus Patientinnen und Patienten, ggf. Angehörigen sowie den beteiligten Gesundheitsprofessionen zusammensetzt.

Die jeweils aktuellen Aufrufe dafür finden Sie bei Bewerben Sie sich.

Bedeutung der Fokusgruppen

Die Entwicklungen zur Patientenbefragung stehen unter der Prämisse, die Perspektive der Patientinnen und Patienten von Beginn an einzubinden. Hierfür werden u.a. Fokusgruppen (Gruppendiskussionen) mit Patientinnen und Patienten durchgeführt, in denen qualitätsrelevante Themen und wichtige Merkmale und Ereignisse einer Behandlung eruiert werden, die für die Patientinnen und Patienten von Bedeutung sind.

Ergänzend dazu geben Fokusgruppen mit Gesundheitsfachkräften (Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte) weitere Hinweise auf qualitätsrelevante Punkte der Behandlung, die nach Ihrer Erfahrung für die Versorgung der Patientinnen und Patienten von Bedeutung sind.

Die Erkenntnisse aus den Fokusgruppen bilden die Grundlage für die Fragebogenentwicklung.

Kognitive Pretests und Standard-Pretests

Einen wesentlichen Teil der Entwicklung nimmt die umfassende Erprobung der Fragebögen (Pretestung) ein. In einer ersten Stufe wird mit Patientinnen und Patienten erprobt, wie verständlich die Fragen der Fragebögen sind und welche Probleme bei der Beantwortung auftreten können. Das ist der sogenannte kognitive Pretest.

In der zweiten Stufe wird der Fragebogen unter annähernd ähnlichen Bedingungen, wie im späteren Routinebetrieb getestet. Dazu findet eine Befragung mit einer kleineren Stichprobe von Patientinnen und Patienten statt. So sollen vor allem Ablauf und Praktikabilität der Befragung geprüft werden. Dieser Erprobungsschritt wird als Standard-Pretest bezeichnet. Der Standard-Pretest findet mit Arztpraxen und Krankenhäusern statt, die sich freiwillig beteiligen.

Auswertung der Patienten-Fragebögen durch das IQTIG

Die Auswertung der Daten liegt komplett in der Hand des IQTIG. Bei dem Standard-Prestest arbeitet das IQTIG mit externen Dienstleistern zusammen, die den Fragebogenversand und die Dateneingabe übernehmen. Die Dienstleister sind an strenge Bestimmungen zum Datenschutz gebunden. Alle Daten werden vertraulich behandelt und dürfen nicht an Dritte weitergegeben oder für andere Zwecke genutzt werden.

Die Ergebnisse der Befragungen aus den Standard-Pretests sind Teil der jeweiligen Abschlussberichte zur Fragebogenentwicklung des IQTIG. Diese werden an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) weitergeleitet und nach Abstimmung auch auf der Website des IQTIG veröffentlicht. Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen.

Haben Sie Fragen? Wir helfen gerne weiter.

Unter patientenbefragung(at)iqtig.org stehen Ihnen unsere fachkundigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner gerne zur Verfügung.