Sekundäre Datennutzung

Nach § 137a Abs. 10 SGB V stellt das IQTIG alle Datensätze, die es nach § 136 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB V für die Qualitätssicherung erhebt, für sekundäre wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung. Eine Übersicht über die QS-Verfahren und deren jeweiligen Hintergrund finden Sie unter QS-Verfahren.

Wer darf Anträge stellen?

Grundsätzlich ist jede natürliche oder juristische Person antragsberechtigt. Voraussetzung ist die Verpflichtung, die Ergebnisse ausschließlich zur eingereichten Fragestellung zu verwenden und die Ergebnisse wissenschaftlich zu publizieren. Der Antrag ist immer von der Person zu stellen, die die Datenauswertungen nutzen will. Diese Person hat auch die Selbsterklärung zu potentiellen Interessenkonflikten auszufüllen. Die Daten verbleiben im IQTIG und werden von diesem für die Antragsteller nach deren Vorgabe ausgewertet.

Wofür dürfen die Daten genutzt werden?

Die vom IQTIG zur Verfügung gestellten Auswertungen dürfen ausschließlich zur Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen oder zur Förderung der Qualitätssicherung genutzt werden, wie im jeweiligen Antrag beschrieben. 

Schritte des Antragsverfahrens

Der Antrag umfasst:

1. das Antragsformular

Die darin erforderliche Kurzbeschreibung sollte enthalten:

  • Fragestellung und Arbeitshypothesen,
  • Studiendesign,
  • Auswahl der Datenbasis insbesondere des QS-Bereichs,
  • Größe der angestrebten Studienpopulation,
  • Ein- und Ausschlusskriterien der Beobachtungseinheiten,
  • Skizze der Auswertungsstrategie einschließlich der statistischen Methoden.

2. die Selbsterklärung zu potentiellen Interessenkonflikterklärung

3. ein ausführliches Exposé zur Darstellung des Forschungskontexts, der Fragestellung, der methodischen Herangehensweise und des Zeitplans. Leitfäden für das Exposé finden sich hier.

4. die Fragestellung, der Auswertungsplan, die benötigten Daten und ihre Auswertung sind auf Basis der Datensatzbeschreibung konkret zu beschreiben. Hierzu kann der Antragssteller einen Programmcode übermitteln, den das IQTIG ausführt. Leitfäden zur Erstellung des Programmcodes finden sich hier.

Zeitlicher Rahmen und Fristen

Die eingereichten Unterlagen werden zunächst einer Vorprüfung unterzogen. Bei Einreichung eines unvollständigen Antrags fordert das IQTIG evtl. fehlende Dokumente nach. Die Antragstellerin bzw. der Antragsteller hat daraufhin sechs Monate Zeit zur Korrektur. Nach Vorliegen eines formal vollständigen Antrags wird dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) innerhalb von acht Wochen das Ergebnis der Vorprüfung mitgeteilt. Dieser entscheidet über die Annahme des Antrags. Nach Genehmigung durch den G-BA veröffentlicht das IQTIG den Antrag inklusive Kontaktdaten, Titel und Kurzdarstellung.

Kosten

Bei Antragstellung ist hinsichtlich des zu erwartenden Aufwands für die Vorprüfung des Antrags eine Vorauszahlung in Höhe von 500 Euro zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer (MwSt.) an das IQTIG zu entrichten. Ein ermäßigter Betrag von 250 Euro zzgl. MwSt. wird für Studierende erhoben. Weitere Informationen zu den Zahlungsmodalitäten finden Sie hier.

Der Personal- und Sachaufwand, der beim IQTIG für die -Durchführung der sekundären Datennutzung erwartet wird, wird von diesem im Voraus m IQTIG geschätzt. Diese Aufwandsschätzung wird zusammen mit dem Ergebnis der Vorprüfung und den bis dahin angefallenen Kosten für die Vorprüfung dem G-BA vorgelegt. Die Schlussrechnung des IQTIG basiert auf dem tatsächlich entstandenen Aufwand sowie dem im Preisblatt festgelegten Stundensatz. Die Vorauszahlung wird hierbei angerechnet. Weitere Informationen dazu finden Sie hier

Auch für Anträge, die durch den G-BA abgelehnt werden, erfolgt eine Schlussrechnung basierend auf dem bis dahin entstandenen Aufwand für deren Vorprüfung.

Publikation

Die Antragstellerin bzw. der Antragsteller verpflichtet sich, innerhalb von zwei Jahren nach Übermittlung der Auswertungsergebnisse durch das IQTIG diese wissenschaftlich zu publizieren. Geschieht dies nicht, erfolgt eine öffentliche Aufforderung durch das IQTIG. In jeder Publikation und Präsentation (z. B. Vortrag) ist wie folgt auf die Datenquelle hinzuweisen: „Es wurden Daten aus Qualitätssicherungsverfahren gemäß § 136 SGB V des Gemeinsamen Bundesausschusses verwendet.“

Haben Sie Fragen? Wir helfen gerne weiter.

Unter (030) 58 58 26-166 und sdn(at)iqtig.org stehen Ihnen unsere fachkundigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung.