FAQ: Sind die Anforderungen nach § 23 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) durch die Dokumentation der einrichtungsbezogenen QS-Dokumentation zum Infektions- und Hygienemanagement erfüllt?

  • Stand: 01.01.2022

Aus der Sicht des IQTIG ist dies derzeit nicht der Fall.

Ein Grund dafür ist, dass Sozialdaten bei den Krankenkassen erstmals mit QS-Dokumentationsdaten zusammengeführt wurden, um so Indikatoren zu Wundinfektionen zu berechnen. Die ersten Ergebnisse für die Erfassungsjahre 2018 und 2019 wurden dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)  im August 2021 vorgelegt. Aufgrund von fehlenden Daten sind diese Ergebnisse jedoch nicht frei von Verzerrung, sodass aktuell noch keine abschließende Aussage über die tatsächliche Validität der Indikatorergebnisse getroffen werden kann. Schon aufgrund dessen kann das Verfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI) die Anforderungen nach § 23 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) nicht ersetzen.

Auch gibt es grundsätzliche Eigenschaften des Verfahrens, aufgrund derer das Verfahren diese Anforderungen nicht ersetzten kann. So werden keine Fälle von Privatpatientinnen und Privatpatienten im Verfahren berücksichtigt, da diese nicht in den Sozialdaten bei den Krankenkassen enthalten sind. Weiterhin erfolgt die Rückmeldung der Ergebnisse erst 1,5 bis 2,5 Jahre nach einer Operation, sodass eine zeitnahe Reaktion bei Hinweisen auf ein vermehrtes Auftreten von postoperativen Wundinfektionen nach durchgeführten Operationen allein auf Basis der Rückmeldeberichte zu diesem Verfahren nicht möglich ist.

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