FAQ: Ist die Surveillance der nosokomialen Wundinfektionen gemäß § 23 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) durch die Dokumentation der einrichtungsbezogenen QS-Dokumentation zum Infektions- und Hygienemanagement erfüllt?

  • Stand: 13.08.2018

Aus der Sicht des IQTIG ist dies derzeit nicht der Fall. Ein Grund dafür ist, dass Sozialdaten bei den Krankenkassen erstmals mit QS-Dokumentationsdaten zusammengeführt werden sollen, um so Indikatoren zu Wundinfektionen zu berechnen. Die ersten Ergebnisse hierzu werden im Jahr 2019 vorliegen. Es kann entsprechend noch keine Aussage über die tatsächliche Validität der Indikatorenergebnisse getroffen werden. Schon aufgrund dessen kann das QS-Verfahren die Surveillance nicht ersetzen.

Auch gibt es grundsätzliche Eigenschaften des QS-Verfahrens, aufgrund derer das QS-Verfahren die Surveillance nicht ersetzten kann. So werden keine Fälle von Privatpatienten im Verfahren berücksichtigt, da diese nicht in den Sozialdaten bei den Krankenkassen enthalten sind. Weiterhin erfolgt die Rückmeldung der Ergebnisse erst 1,5 bis 2,5 Jahre nach einer Operation, sodass eine zeitnahe Reaktion bei Hinweisen auf ein vermehrtes Auftreten von postoperativen Wundinfektionen nach durchgeführten Operationen allein auf Basis der Rückmeldeberichte zu diesem QS-Verfahren nicht möglich ist.