Gefäßchirurgie

In der Gefäßchirurgie bezieht sich die gesetzlich verpflichtende Qualitätssicherung auf eingreifende (invasiven) Therapieformen, die sich dem Krankheitsbild der verengten Halsschlagader(n) widmen.

Eine Verengung (Stenose) der Halsschlagader (Karotis, lat. Arteria Carotis), damit verbunden eine Mangeldurchblutung (Ischämie) des Gehirns oder Abschwemmungen aus der verkalkten Gefäßwand führen in der Regel zum Schlaganfall. Hauptursache für die Verengung der Karotis ist die Arterienverkalkung. Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung bzw. Verbesserung des Blutflusses (Karotis-Revaskularisation). Die Eingriffe erfolgen in der Regel einseitig; in seltenen Fällen auch beidseitig.

Hygiene und Infektionsmanagement

Postoperative Wundinfektionen stellen heute die häufigste nosokomiale – also während einer ambulanten oder stationären Behandlung erworbene – Infektionsart dar. Dies betrifft alle operierenden Fachgebiete.

Eine postoperative Wundinfektion entsteht durch das Eindringen von Krankheitserregern, überwiegend Bakterien über die äußere Haut oder über innere Schleimhäute in eine Operationswunde. Es kommt zu einer Vermehrung der Krankheitserreger und zur Auslösung einer lokalen Reaktion bzw. einer Reaktion des ganzen Organismus. Eine besondere Herausforderung stellen Erreger dar, die gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent geworden sind.

Diese Infektionen haben gravierende Auswirkungen - nicht nur für die individuell betroffenen Patienten, sondern auch für ganze Kliniken mit all ihren Patienten. Eine gute Hygiene in den medizinischen Einrichtungen ist eine Grundvoraussetzung, um postoperative Wundinfektionen zu vermeiden. Alle Wundinfektionen sind behandlungspflichtig. In besonders schweren Fällen können Keime in die Blutbahn geraten, was zur Bildung von weiteren Infektionsherden in entfernteren Körpergebieten oder auch zur Auslösung einer Blutvergiftung (Sepsis) führen kann. Bei bestimmten Patientenkollektiven ist darüber hinaus das Sterblichkeitsrisiko erhöht.

Kardiologie

Der Bereich „Kardiologie“ umfasst unter anderem mehrere QS-Verfahren im Zusammenhang mit der Einpflanzung und Wartung von Herzschrittmachern.

Der plötzliche Herztod gehört zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen. Meist sind dafür Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) oder des Herzmuskels (Kardiomyopathie) die Ursache. Ist der Herzschlag aufgrund von Störungen der Reizbildung oder Reizleitung zu langsam (bradykarde Herzrhythmusstörung), werden, nach Ausschluss reversibler Ursachen, Schrittmacher eingesetzt. Ziel ist die Senkung bradykarder Herzrhythmusstörungen, ohne dass die Lebensqualität für den Patienten beeinträchtigt wird.

Ein Herzschrittmacher besteht aus einem Aggregat, das Elektronik und Batterie in einem Gehäuse vereint, sowie aus einer oder mehreren Sonden. Die Sonden dienen als Antenne für die herzeigenen Signale und als Überträger der Stimulationsimpulse des Herzschrittmachers. Lebensbedrohliche Rhythmusstörungen der Herzkammern können nicht mit einem Schrittmacher behandelt werden. Dann kommt ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (implantable cardioverter-defibrillator, ICD) zum Einsatz, der meist auch alle Funktionen eines Herzschrittmachers bereitstellt. Wie die Schrittmacher-Implantation ist die ICD-Implantation ein Routineeingriff mit niedriger Komplikationsrate. Die Versorgungsqualität der Defibrillatortherapie wird in drei verschiedenen QS-Verfahren überprüft.

Transplantationsmedizin

Transplantationen von Herz, Lunge und Leber sind etablierte, aber dennoch weiterhin hochkomplexe medizinische Eingriffe. Sie sind die letzte Alternative und werden erst dann in Betracht gezogen, wenn alle übrigen organerhaltenden Behandlungsmöglichkeiten - medikamentös und operativ - ausgeschöpft sind.

Die Leber ist das wichtigste Organ für den menschlichen Stoffwechsel. Patienten mit chronischem oder akutem Leberversagen können nur durch eine Transplantation überleben. Da die Zahl der Spenderorgane den Bedarf bei Weitem nicht deckt, sterben jedes Jahr viele Patienten während der Wartezeit auf ein Spenderorgan. Die Hauptgründe für ein Leberversagen sind alkoholische Leberzirrhose, Leberzellkarzinom sowie chronische Virushepatitis C. Die häufigsten Ursachen für ein chronisches Nierenversagen sind Diabeteserkrankungen, Bluthochdruck und entzündliche Erkrankungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritiden). Hinzu kommen angeborene Erkrankungen wie z.B. erbliche Zystennieren.

Die Transplantation der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) bzw. die kombinierte Pankreas-Nierentransplantation kommt derzeit nur für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 in Betracht. Das eigene Immunsystem richtet sich bei dieser Form des Diabetes gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Aufgrund des Ausfalls der Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse verändert sich der Zuckerstoffwechsel, diese Veränderungen schädigen auf Dauer weitere innere Organe. Weil bei der Pankreastransplantation die insulinproduzierenden Zellen übertragen werden, stellt sie eine ursächliche Behandlung des insulinpflichtigen Diabetes mellitus dar.

Perinatalmedizin

Die Perinatalmedizin umfasst die Versorgung von Mutter und Kind im Zeitraum kurz vor bis kurz nach der Entbindung. Seit der Münchner Perinatalstudie (1975 bis 1977) und der daraus hervorgegangenen Perinatalerhebung existieren in Deutschland externe vergleichende Qualitätsbewertungen. Ihr Ziel ist es, beobachtete Qualitätsunterschiede in der Geburtshilfe exakt zu erfassen und die Qualität zu verbessern.

Orthopädie / Unfallchirurgie

In der Orthopädie / Unfallchirurgie führt das IQTIG Qualitätssicherungsverfahren in den Bereichen Hüftgelenknahe Femurfraktur mit osteosynthetischer Versorgung, Hüftendoprothesenversorgung und Knieendoprothesenversorgung durch.

Hüftgelenknahe Femurfrakturen sind eine typische und häufige Verletzung älterer Menschen. Gründe dafür sind die meist im Alter abnehmende Festigkeit der Knochensubstanz, Knochenschwund (Osteoporose) und gleichzeitig eine zunehmende Bewegungsunsicherheit. Von den jährlich etwa 100.000 Brüchen entfallen ca. 85 Prozent auf Menschen, die 70 Jahre und älter sind.

Eine Hüft-Endoprothese ist ein „künstliches Hüftgelenk“. Das Einsetzen einer Endoprothese am Hüftgelenk zählt in der Krankenhausstatistik zu den am häufigsten durchgeführten Operationen bei vollstationären Patienten. Eine Knie-Endoprothese ist ein „künstliches Kniegelenk“.

Pflege

Ein Dekubitus ist eine durch länger anhaltenden Druck entstandene Wunde der Haut bzw. des darunterliegenden Gewebes. Er stellt eine sehr ernst zu nehmende Komplikation bei zu pflegenden Personen dar.