Spezifikationen

Erfassungsinstrumente der externen Qualitätssicherung (QS) sowie der Programmbeurteilungen (PB) im Rahmen der organisierten Krebsfrüherkennung werden durch eine detaillierte Beschreibung von Anforderungen durch das IQTIG spezifiziert. Folgende Vorgaben können in einer Spezifikation abgebildet sein:

  • die Auslösung einer Dokumentationspflicht
  • die Selektion oder Dokumentation von Daten
  • der Datenexport und die Datenübermittlung
  • die notwendigen Datenschutzmaßnahmen

Eine Spezifikation besteht aus Dateien für die technische Realisierung, Softwareprodukten zum Einsatz bei den Verfahrensteilnehmern und Dokumenten zur Erläuterung der Umsetzung.

Ziel der Spezifikationen ist eine identische Umsetzung der Vorgaben. Dies erhöht die Dokumentationsqualität und sorgt für ein höchstes Maß an Datenschutz.

Aktuell wird differenziert in

QS-Basisspezifikation für Leistungserbringer

Die Basisspezifikation beschreibt die verbindlichen Vorgaben zur fallbezogenen QS-Dokumentation beim Leistungserbringer, also z. B. im Krankenhaus oder in der Arztpraxis. Sie gewährleistet, dass valide und vergleichbare Daten bereitgestellt werden und, dass ein unter datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten sicherer Datenfluss sichergestellt ist.

Die Basisspezifikation umfasst alle Komponenten im Zusammenhang mit der Datenerfassung, d. h. von der Bestimmung einer Dokumentationspflicht bis hin zur Rückprotokollierung übermittelter Datensätze. Die Spezifikation beinhaltet außerdem einerseits die Aufstellung der im Erfassungsjahr zu dokumentierenden Leistungen (Sollstatistik). Andererseits die automatische Erstellung aggregierter Basisinformationen für eine spezifische Zielpopulation auf Basis vorhandener Abrechnungsdaten beim Leistungserbringer (Risikostatistik).

Die Basisspezifikation richtet sich insbesondere an die Leistungserbringer. Umgesetzt wird sie üblicherweise durch die Softwarehersteller, die durch die Krankenhäuser und Arztpraxen mit der Umsetzung der Spezifikation betraut werden und geeignete Softwareprodukte zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus ist die Spezifikation von den an der Datenübermittlung beteiligten Stellen - Datenannahmestellen, Vertrauensstelle, Bundesauswertungsstelle - zu berücksichtigen.

Spezifikation für die einrichtungsbezogene QS-Dokumentation

Diese Spezifikation beschreibt die einrichtungsbezogene QS-Dokumentation beim Leistungserbringer. Sie regelt die Bestimmung der dokumentationspflichtigen Einrichtungen, die einrichtungsbezogene QS-Dokumentation selbst und die Übermittlung der Daten, bezogen auf ein Erfassungsjahr.

Für Einrichtungen, die ambulante und stationäre Fälle am Krankenhaus behandeln, wird die Spezifikation insbesondere durch die Softwarehersteller umgesetzt. Sie sind üblicherweise durch das Krankenhaus mit der Umsetzung der Spezifikation betraut und stellen geeignete Softwareprodukte zur Verfügung.

Für Einrichtungen, die ambulante vertragsärztliche oder stationäre belegärztliche Leistungen erbringen, ist die Dokumentationspflicht über die bei den Kassenärztlichen Vereinigungen vorliegenden Abrechnungsdaten zu bestimmen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen stellen den Vertragsärzten Anwendungen zur Verfügung,  um die Daten der einrichtungsbezogenen QS-Dokumentation zu erfassen und zu übertragen.

Darüber hinaus ist die Spezifikation von den an der Datenübermittlung beteiligten Stellen  - Datenannahmestellen, Bundesauswertungsstelle - zu berücksichtigen.

Spezifikation für die Nutzung der Sozialdaten bei den Krankenkassen

Diese Spezifikation regelt die Erhebung von Sozialdaten bei den Krankenkassen gemäß § 299 Sozialgesetzbuch (SGB) V. Sie legt verbindlich fest, wie für die einzelnen QS-Verfahren die Selektion der benötigten Daten, deren Export sowie die Übermittlung erfolgen sollen. Dabei beziehen sich diese Festlegungen jeweils auf das Jahr der auslösenden Leistung (Indexleistung), das Erfassungsjahr. Durch die Nutzung von Sozialdaten kann der Umfang der abgefragten Inhalte beim Leistungserbringer reduziert werden, was zu einem geringerem Dokumentationsaufwand führt.

Die Spezifikation richtet sich insbesondere an die Krankenkassen selbst sowie an die an der Datenübermittlung beteiligten Stellen  - Datenannahmestelle, Vertrauensstelle, Bundesauswertungsstelle.

Spezifikation zu Datenserviceinformationen

In dieser Spezifikation werden relevante Datenserviceinformationen gepflegt. Die Datenbank zu Datenserviceinformationen ist keine dem Spezifikationspaket zugehörige Komponente, verfügt jedoch über dieselbe Verbindlichkeit. Da sie eine eigenständige Spezifikationsdatenbank darstellt kann sie außerhalb des Releasezyklus angepasst werden.

Spezifikationen für die Programmbeurteilungen (PB) der oKFE-RL

Für Leistungserbringer
Die PB-Spezifikationen für Leistungserbringer beschreiben verbindliche Vorgaben für die fallbezogene Dokumentation bei Leistungserbringern, die Leistungen im Rahmen der Programme zur organisierten Krebsfrüherkennung durchführen. Hierzu gehören neben niedergelassenen Vertragsärztinnen und ‑ärzten in Arztpraxen auch Vertragsärztinnen und ‑ärzte in entsprechenden Laboren.

Die PB-Spezifikationen richten sich insbesondere an Softwareanbieter, die analog zur externen Qualitätssicherung deren Vorgaben in geeignete Softwareprodukte für die Leistungserbringer umsetzten sollen. Darüber hinaus sind die Spezifikationen von den an der Datenübermittlung beteiligten Stellen – Datenannahmestellen, Vertrauensstellen, Auswertungsstelle – zu berücksichtigen.

Die PB-Spezifikationen umfassen alle Komponenten im Zusammenhang mit der Datenerfassung und ‑übermittlung.

Für die Nutzung der Sozialdaten bei den Krankenkassen
Die PB-Spezifikation regelt für die Programme der organisierten Krebsfrüherkennung die Erhebung von Sozialdaten bei den Krankenkassen gemäß § 299 Sozialgesetzbuch (SGB) V. Sie legt verbindlich fest, wie für die einzelnen PB-Verfahren die Selektion der benötigten Daten, deren Export sowie die Übermittlung erfolgen sollen.

Dabei beziehen sich diese Festlegungen jeweils auf ein bestimmtes Jahr, das Erfassungsjahr. Sozialdaten werden im Rahmen der verschiedenen Programmbeurteilungen ergänzend zu den von den Leistungserbringern dokumentierten Daten herangezogen.

Die Spezifikation richtet sich insbesondere an die Krankenkassen selbst sowie an die an der Datenübermittlung beteiligten Stellen – Datenannahmestelle, Vertrauensstelle, Auswertungsstelle.

Spezifikation für die Mindestmengenregelungen

Das IQTIG wurde am 17. Mai 2018 durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, zum Zwecke einer bundeseinheitlichen und softwarebasierten Erfassung, Erhebung und Übermittlung der Anzahl mindestmengenrelevanter Leistungen gemäß den Mindestmengenregelungen (Mm-R) die Softwarespezifikation zu erstellen.

Die Spezifikation zur Übermittlung der Leistungsmenge eines Krankenhausträgers enthält

  • die Definition des Eingangsdatensatzes, welcher die Form und Struktur der Datengrundlage zur Zählung der Leistungen gemäß der Anlage zu den Mm-R bildet
  • Vorgaben zur Zählung der Eingriffe anhand der in der Anlage zu den Mm-R dargestellten Operationen- und Prozedurenschlüssel-Kodes (OPS-Kodes) und der entsprechenden durch das IQTIG entwickelten Filterkriterien
  • Vorgaben zum Datenexport und zum Übertragungsweg für die Datenübermittlung an die Landesverbände der Krankenkassen.

Ausgehend von § 5 Absatz 2 Mm-R ist die Leistungsmenge in maschinenlesbarer Form anhand der vom G-BA beschlossenen Spezifikation des IQTIG zu übermitteln. Eine nähere Definition der Leistungsmenge erfolgt in § 4 Absatz 2 Nummern 1 und 2 Mm-R. Danach sind

  1. die Leistungsmenge über die Eingriffe des vergangenen Kalenderjahres (Zahl A) sowie
  2. die Leistungsmenge der letzten beiden Quartale des vorausgegangenen Kalenderjahres gemeinsam mit der Leistungsmenge der ersten beiden Quartale des laufenden Kalenderjahres (Zahl B)

den Landesverbänden der Krankenkassen darzulegen.