Qualitätssicherungsverfahren

Das IQTIG entwickelt für den Gemeinsamen Bundesaausschusses (G-BA) extern vergleichende Qualitätssicherungsverfahren und beteiligt sich an deren Durchführung. Grundlagen dafür sind die

Hinzu kommen noch die Verfahren nach der Qualitätssicherungsrichtlinie Dialyse“ (QSD-RL).

Im Erfassungsjahr 2019 führt das IQTIG insgesamt 24 QS-Verfahren durch: 21 QS-Verfahren auf Grundlage der QSKH-RL, drei auf Grundlage der DeQS-RL. Die DeQS-RL hat am 1. Januar 2019 die "Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung" (Qesü-RL) abgelöst.

Die Verfahren sind nach inhaltlichen Schwerpunkten geordnet, gruppiert in neun Versorgungsbereiche mit jeweils einem oder mehreren QS-Verfahren.

In seinem jährlichen Qualitätsreport informiert das IQTIG im Auftrag des G-BA ausführlich über die bundesweiten Ergebnisse der externen Qualitätssicherung.

Viszeralchirurgie

Das QS-Verfahren Cholezystektomie ist seit dem 1. Januar 2019 im Regelbetrieb. Gegenstand des QS-Verfahrens sind stationär durchgeführte Gallenblasenentfernungen (Cholezystektomien) bei gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten.

Das QS-Verfahren soll die qualitätsrelevanten Aspekte im Bereich von Komplikationen bzw. unerwünschten Ereignissen, erneuten Eingriffen aufgrund von Komplikationen und des Überlebens der Patientinnen und Patienten messen, vergleichend darstellen und bewerten. Ziele des Verfahrens sind insbesondere die Verbesserung der Durchführung der Eingriffe zur Erhöhung der Patientensicherheit, die Verringerung der Komplikationsraten während und nach den Eingriffen sowie die Verringerung von Folgeerkrankungen durch die Eingriffe.

Das Verfahren Cholezystektomie ist das erste unter der am 19. Juli 2018 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossenen „Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung“ (DeQS-RL). Die DeQS-Richtlinie ist am 1. Januar 2019 in Kraft getreten.

Gefäßchirurgie

In der Gefäßchirurgie bezieht sich die gesetzlich verpflichtende Qualitätssicherung auf eingreifende (invasive) Therapieformen, die sich dem Krankheitsbild der verengten Halsschlagader(n) widmen. Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung bzw. Verbesserung des Blutflusses (Karotis-Revaskularisation).

Eine Verengung (Stenose) der Halsschlagader (Karotis, lat. Arteria Carotis), damit verbunden eine Mangeldurchblutung (Ischämie) des Gehirns oder Abschwemmungen aus der verkalkten Gefäßwand führen in der Regel zum Schlaganfall. Hauptursache für die Verengung der Karotis ist die Arterienverkalkung. Die Eingriffe erfolgen in der Regel einseitig; in seltenen Fällen auch beidseitig.

Hygiene und Infektionsmanagement

Postoperative Wundinfektionen stellen heute die häufigste nosokomiale, also während eines Krankenhausaufenthalts erworbene Infektionsart dar. Dies betrifft alle operierenden Fachgebiete. Der Versorgungsbereich Hygiene und Infektionsmanagement umfasst zwei QS-Verfahren zu ambulant oder stationär erworbenen Infektionen.

Eine postoperative Wundinfektion entsteht durch das Eindringen von Krankheitserregern, überwiegend Bakterien über die äußere Haut oder über innere Schleimhäute in eine Operationswunde. Es kommt zu einer Vermehrung der Krankheitserreger und zur Auslösung einer lokalen Reaktion bzw. einer Reaktion des ganzen Organismus. Eine besondere Herausforderung stellen Erreger dar, die gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent geworden sind.

Diese Infektionen haben gravierende Auswirkungen – nicht nur für die individuell betroffenen Patienten, sondern auch für ganze Kliniken mit all ihren Patienten. Eine gute Hygiene in den medizinischen Einrichtungen ist eine Grundvoraussetzung, um postoperative Wundinfektionen zu vermeiden. Alle Wundinfektionen sind behandlungspflichtig. In besonders schweren Fällen können Keime in die Blutbahn geraten, was zur Bildung von weiteren Infektionsherden in entfernteren Körpergebieten oder auch zur Auslösung einer Blutvergiftung (Sepsis) führen kann. Bei bestimmten Patientenkollektiven ist darüber hinaus das Sterblichkeitsrisiko erhöht.

Kardiologie

Der Bereich „Kardiologie“ umfasst unter anderem mehrere QS-Verfahren im Zusammenhang mit der Einpflanzung und Wartung von Herzschrittmachern.

Ab dem Erfassungsjahr 2018 sind die drei Verfahren „Implantierbare Defibrillatoren – Aggregatwechsel, Implantierbare Defibrillatoren - Implantation, Implantierbare Defibrillatoren - Revision/Systemwechsel/Explantation“ nach Anlage 1 der QSKH-RL zu einem QS-Verfahren „Implantierbare Defibrillatoren“ zusammengefasst. Sie werden zunächst weiterhin über getrennte Dokumentationsbögen erfasst und in getrennten Auswertungen dargestellt.

Der plötzliche Herztod gehört zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen. Meist sind dafür Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) oder des Herzmuskels (Kardiomyopathie) die Ursache. Ist der Herzschlag aufgrund von Störungen der Reizbildung oder Reizleitung zu langsam (bradykarde Herzrhythmusstörung), werden, nach Ausschluss reversibler Ursachen, Schrittmacher eingesetzt. Ziel ist die Senkung bradykarder Herzrhythmusstörungen, ohne dass die Lebensqualität für den Patienten beeinträchtigt wird.

Ein Herzschrittmacher besteht aus einem Aggregat, das Elektronik und Batterie in einem Gehäuse vereint, sowie aus einer oder mehreren Sonden. Die Sonden dienen als Antenne für die herzeigenen Signale und als Überträger der Stimulationsimpulse des Herzschrittmachers. Lebensbedrohliche Rhythmusstörungen der Herzkammern können nicht mit einem Schrittmacher behandelt werden. Dann kommt ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (implantable cardioverter-defibrillator, ICD) zum Einsatz, der meist auch alle Funktionen eines Herzschrittmachers bereitstellt. Wie die Schrittmacher-Implantation ist die ICD-Implantation ein Routineeingriff mit niedriger Komplikationsrate. Die Versorgungsqualität der Defibrillatortherapie wird in drei verschiedenen QS-Verfahren überprüft.

Herzchirurgie

Die Herzchirurgie befasst sich mit der chirurgischen Therapie von angeborenen und erworbenen Verletzungen und Krankheiten des Herzens und der umliegenden Gefäße (Koronargefäße).

Transplantationsmedizin

Transplantationen von Herz, Lunge und Leber sind etablierte, aber dennoch weiterhin hochkomplexe medizinische Eingriffe. Sie sind die letzte Alternative und werden erst dann in Betracht gezogen, wenn alle übrigen organerhaltenden Behandlungsmöglichkeiten, sowohl medikamentös als auch operativ, ausgeschöpft sind. Der Versorgungsbereich Transplantationsmedizin umfasst insgesamt sieben QS-Verfahren.

Gynäkologie

Gynäkologische Operationen umfassen generell alle Operationen an den inneren weiblichen Geschlechtsorganen. Der Versorgungsbereich Gynäkologie beinhaltet zwei QS­-Verfahren: Gynäkologische Operationen (ohne Hysterektomien) und Mammachirurgie.

Perinatalmedizin

Die Perinatalmedizin befasst sich mit der Versorgung von Mutter und Kind im Zeitraum kurz vor bis kurz nach der Entbindung.

Orthopädie und Unfallchirurgie

Im Versorgungsbereich Orthopädie und Unfallchirurgie gibt es drei QS-Verfahren: Hüftgelenknahe Femurfraktur mit osteosynthetischer Versorgung, Hüftendoprothesenversorgung und Knieendoprothesenversorgung.

Pflege

Ein Dekubitus ist eine durch länger anhaltenden Druck entstandene Wunde der Haut bzw. des darunterliegenden Gewebes. Er stellt eine sehr ernst zu nehmende Komplikation bei zu pflegenden Personen dar.