Cholezystektomie (QS CHE)

Das Gallensteinleiden (Cholelithiasis) stellt in der erwachsenen Bevölkerung die häufigste Erkrankungsform der Gallenblase und der Gallengänge dar. Gallensteine (Konkremente) kommen bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Der Nachweis von Konkrementen in der Gallenblase bzw. den extrahepatischen Gallenwegen erfolgt vor allem durch eine Ultraschalluntersuchung. In Deutschland werden jährlich rund 175.000 Cholezystektomien (Entfernung der Gallenblase) durchgeführt, wobei in ca. 90 Prozent aller Fälle die Cholezystektomie laparoskopisch, d. h. mittels Schlüssellochchirurgie, vorgenommen wird.

Operationsverfahren, bei denen der operative Zugang über natürliche Körperöffnungen (Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery, NOTES) erfolgt und die bislang noch nicht Eingang in die Routine gefunden haben, können hinsichtlich ihrer Risiken noch nicht sicher eingeschätzt werden. In seltenen Fällen kann auch eine Entfernung der Gallenblase im Rahmen einer aus anderen Gründen durchgeführten Bauchoperation sinnvoll und notwendig sein (Begleitcholezystektomie).

Operative Entfernung der Gallenblase

Die operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) stellt die typische Behandlung schmerzhafter, also symptomatischer Gallenblasensteine dar. Sie erfolgen entweder minimal-invasiv (laparoskopisch, d.h. Entfernung der Gallenblase mittels Schlüssellochchirurgie) oder offen chirurgisch, indem ein Bauchschnitt angelegt wird (Laparotomie). Die Entfernung der Gallenblase kann auch während anderer Operationen von Bauchorganen sinnvoll und notwendig sein (Begleitcholezystektomie).

Bei der operativen Entfernung der Gallenblase können schwerwiegende Komplikationen wie bspw. die Verletzung der Gallengänge und Blutgefäße verursacht werden, die bereits während des stationären Aufenthaltes oder zu einem späteren Zeitpunkt diagnostiziert werden. Die Häufigkeit solcher Ereignisse wird in der externen stationären Qualitätssicherung mit dem QS-Verfahren Cholezystektomie erfasst.

Weiterentwicklung des QS-Verfahrens

In den Erfassungsjahren 2004 bis 2014 gab es bereits ein QS-Verfahren Cholezystektomie in der externen stationären Qualitätssicherung.
Die Ergebnisse der Qualitätsindikatoren wiesen seinerzeit ein gleichbleibend gutes Niveau der Versorgungsqualität aus. Betrachtet wurden Ergebnisindikatoren ausschließlich für den stationären Sektor. Nach der Entlassung auftretende Komplikationen und Reinterventionen, verursacht z.B. durch die Durchtrennung oder den Verschluss des Hauptgallenganges (Ductus hepatocholedochus), eingriffsspezifische Infektionen oder interventionsbedürftige Blutungen konnten jedoch nicht erfasst werden.
Diese Problematik aufgreifend wurde die damals nach § 137a SGB V beauftragte Institution am 19. Juli 2012 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mit der Weiterentwicklung des QS-Verfahrens Cholezystektomie beauftragt.

Der Auftrag beinhaltete die Entwicklung von Indikatoren für die Nachbeobachtung (Follow-up), welche die Komplikationen und die Reinterventionen nach dem ersten eingriffsbedingten stationären Aufenthalt abbilden. Entsprechend beziehen sich die insgesamt sieben Qualitätsindikatoren auf operationsbedingte intra- oder postoperative Komplikationen und Reinterventionen nach 30, 90 bzw. 365 Tagen sowie auf die Sterblichkeit bei Durchführung oder innerhalb von 90 Tagen nach Cholezystektomie.
Ein weiterer Teil des Auftrags umfasste die Prüfung einer möglichst umfangreichen Nutzung von Daten, die bereits im Rahmen der Abrechnung dokumentiert werden (Sozialdaten bei den Krankenkassen), um bestehende Aufwände bei der Falldokumentation zu verringern. Das bis dahin laufende QS-Verfahren wurde ab dem Erfassungsjahr 2015 ausgesetzt.

Start des QS-Verfahrens in den Regelbetrieb

Der Regelbetrieb des rein stationären QS-Verfahrens hat am 1. Januar 2019 begonnen, d. h. die Datenerhebung und die Datenübermittlungen von zugelassenen Krankenhäusern nach § 108 SGB V sowie von Sozialdaten bei den Krankenkassen zu den stationären Folgebehandlungen sowie im Anschluss daran die Datenverarbeitung.

Das Verfahren ist seit dem 1. Januar 2019 im Regelbetrieb. Es war eines von drei QS-Verfahren, welche als erste unter der 2018 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossenen „Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung“ (DeQS-RL) geregelt wurden.

Auswertung und Rechenregeln

Cholezystektomie (CHE)

Die prospektiven Rechenregeln werden im Vorlauf zu einem Erfassungsjahr erstellt. Die endgültigen Rechenregeln werden im Nachgang, nach der Berechnung der Qualitätsindikatoren für ein Erfassungsjahr zur Verfügung gestellt. Sie weichen ggf. von den prospektiven Rechenregeln ab.

Für das QS Verfahren Cholezystektomie enthalten Auswertungen und Rechenregeln regulär zwei Erfassungsjahre:

  • Indikatoren mit einem Follow-up bis zu 30 Tagen (IDs 58000, 58002, 58003, 58004): Auswertung und Rechenregeln im ersten Jahr nach dem Indexeingriff
  • Indikatoren mit Follow-up-Intervallen von 90 und 365 Tagen (IDs 58001, 58005, 58006): Auswertung und Rechenregeln im zweiten Jahr nach dem Indexeingriff

Regeln, nach denen die Ergebnisse von Qualitätsindikatoren und Kennzahlen für die endgültige Jahresauswertung berechnet werden. Endgültige Rechenregeln

Vorläufige Regeln, nach denen die Ergebnisse von Qualitätsindikatoren und Kennzahlen berechnet werden. Prospektive Rechenregeln

Eine Kennzahl, die Auffälligkeiten in Daten als Hinweise auf unzureichende Datenqualität quantifiziert. Auffälligkeitskriterien mit Rechenregeln

Die Bundesauswertung enthält für ein Auswertungsmodul die Ergebnisse der Jahresauswertung auf Bundesebene. Bundesauswertung

Spezifikation

Cholezystektomie (CHE)

Die Ausfüllhinweise dienen als Hilfestellung bei der Dokumentation durch den Anwender. Ausfüllhinweise

Bildet anhand von Fragen und Antwortmöglichkeiten ab, welche Daten durch den Leistungserbringer dokumentiert werden müssen. Dokumentationsbogen

Die Anwenderinformation bildet ab, wann eine Dokumentationspflicht besteht. Anwenderinformation QS-Filter

Exportmodule für sektorenübergreifende Verfahren | Anwenderinformationen QS-Filter

Cholezystektomie (LKG) (CHE_LKG)
Cholezystektomie (KV) (CHE_KV)
Cholezystektomie (SV) (CHE_SV)

Zusatzinformationen