Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET)

Das QS-Verfahren Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET) ist seit dem 1. Januar 2020 in Kraft. In ihm sind die sektorspezifischen QS-Verfahren Nierentransplantation und Pankreas- und Pankreas-Nierentransplantationen im Sinne eines einzigen, sektorenübergreifenden QS-Verfahrens weiterentwickelt und um Indikatoren zur Qualität der Dialyse sowie um zusätzliche Datengrundlagen ergänzt worden. Das Verfahren QS NET läuft unter der "Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung" (DeQS-RL). Zuvor war die Qualitätssicherung der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischem Nierenversagen durch die "Qualitätssicherungs-Richtlinie Dialyse" (QSD-RL) im ambulanten Bereich (Dialysebehandlung) und durch zwei in der "Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern" (QSKH-RL) festgelegte Verfahren im stationären Sektor (Nierentransplantationen sowie Pankreas- und Pankreas-Nieren-Transplantationen) geregelt.

Der Notwendigkeit zur Durchführung eines Nierenersatzverfahrens können unterschiedliche Indikationen zugrunde liegen. Neben dem akuten Nierenversagen kann auch das chronische Nierenversagen zu einem Funktionsverlust der Niere führen. Die häufigsten Ursachen für ein chronisches Nierenversagen sind Diabeteserkrankungen, Bluthochdruck, entzündliche Erkrankungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) und angeborene Erkrankungen wie z. B. erbliche Zystennieren.

In der Mehrzahl der Fälle beginnt der Ersatz der Nierenfunktion bei den betroffenen Patientinnen und Patienten mit der Peritoneal- oder Hämodialyse. Der Dialysebeginn kann sowohl im stationären bzw. teilstationären als auch im ambulanten Sektor erfolgen. Gleichzeitig hat die Prüfung der Anmeldung für die Warteliste für die Nierentransplantation zu erfolgen. Im Falle einer erfolgreichen Nierentransplantation findet die nephrologische Nachbehandlung in Zusammenarbeit mit dem Transplantationszentrum statt.

Nach einer möglichen Abstoßung des Transplantats beginnt für viele Patientinnen und Patienten eine erneute Wartezeit bis zur Nierentransplantation unter Dialysebehandlung. Aufgrund der eingeschränkten Organverfügbarkeit und des individuellen Hintergrundes der Patientinnen und Patienten (z.B. medizinische Kontraindikationen), bleibt die Dialysebehandlung oftmals jedoch die einzige Therapieoption für Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Die Überlebenszeit von Patientinnen und Patienten mit chronischem Nierenversagen ist dabei u.a. wesentlich von der Qualität der Behandlung abhängig und kann bei der Kombination verschiedener Dialyseverfahren mit der Nierentransplantation mehrere Jahrzehnte erreichen.

Für Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 kann die kombinierte Transplantation von Pankreas und Niere oder die wesentlich seltenere alleinige Transplantation der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in Betracht gezogen werden. Aufgrund des Ausfalls der Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse verändert sich der Zuckerstoffwechsel, was wiederum zu erheblichen Folgeschäden führen kann (z. B. Schädigung der Nerven, der Augen oder der Nieren). Weil durch die Pankreastransplantation die insulinproduzierenden Zellen des Organs übertragen werden, wird auf diese Weise die Ursache des insulinpflichtigen Diabetes mellitus Typ 1 behandelt.

Das Ziel der Pankreastransplantation ist die Wiederherstellung einer ausreichenden körpereigenen Insulinproduktion und die Reduzierung von Spätfolgen des Diabetes mellitus. Da in der Regel die ausgefallene bzw. stark mangelhafte Insulinproduktion des Pankreas medikamentös ersetzt werden kann, ist die Indikation zur alleinigen Pankreastransplantation sehr restriktiv zu stellen. Sie ist nur dann indiziert, wenn trotz intensiver Bemühungen im Rahmen einer medikamentösen Therapie keine stabile Einstellung des Zuckerstoffwechsels erreicht werden kann. Ist zusätzlich bereits eine weit fortgeschrittene Schädigung der Nieren eingetreten, kommt eine kombinierte Pankreas­-Nieren­Transplantation infrage. Diese Kombinationstransplantation verbessert nicht nur die Lebensqualität, sie stellt auch einen lebenserhaltenden Eingriff dar, da sie eine neuerliche diabetische Nierenschädigung verhindert und das Sterberisiko deutlich verringert. Um auch Patientinnen und Patienten mit einer solchen (kombinierten) Pankreastransplantation zu betrachten, werden diese in dem QS-Verfahren „Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen“ eingeschlossen.

FAQ: Top 5 der häufig gestellten Fragen

Auswertung und Rechenregeln: Dialyse (NET-DIAL)

  • DeQS-RL

Bei Patientinnen und Patienten, die eine chronische Dialyse erhalten, handelt es sich um Patientinnen und Patienten schwerer Niereninsuffizienz und mit bereits bestehenden, teilweise schweren Vor- bzw. Begleiterkrankungen, deren Behandlung sehr anspruchsvoll und daher nur interdisziplinär zu bewältigen ist. Behandlungsziel bei diesen Patientinnen und Patienten ist die Nierentransplantation, weshalb die entsprechende Evaluation zu Beginn der Dialysebehandlung durchgeführt werden soll. Durch eine gute Versorgungsqualität in den Einrichtungen können darüber hinaus Komplikationen, wie z.B. Infektionen des Dialysezugangs, zwar nicht gänzlich verhindert, aber doch zumindest erheblich reduziert werden. Zudem hat die Versorgungsqualität in den Einrichtungen Einfluss auf das (Langzeit-)Überleben der Patientinnen und Patienten.

Auswertung und Rechenregeln: Nierentransplantationen (NET-NTX)

  • DeQS-RL

Bei Patientinnen und Patienten, die eine Nierentransplantation erhalten, handelt es sich um Patientinnen und Patienten mit schwerer chronischer Niereninsuffizienz und bereits bestehenden schweren Vor- bzw. Begleiterkrankungen, deren Behandlung sehr anspruchsvoll und daher nur interdisziplinär zu bewältigen ist. Auch der Eingriff der Transplantation selbst sowie die Nachbehandlung der Patientinnen und Patienten sind sehr komplex und mit vielen Risiken verbunden, z. B. mit dem Risiko des Versterbens der Patientinnen und Patienten oder einer Organabstoßung. Durch eine gute Versorgungsqualität in den Einrichtungen können diese Risiken zwar nicht gänzlich verhindert, aber doch zumindest erheblich reduziert werden.

Auswertung und Rechenregeln: Pankreas- und Pankreas-Nierentransplantationen (NET-PNTX)

  • DeQS-RL

Bei Patientinnen und Patienten, die eine Pankreastransplantation oder eine kombinierte Pankreas­Nieren­Transplantation erhalten, handelt es sich um Patientinnen und Patienten mit einer äußerst komplexen Krankheitssituation bei bereits bestehenden schweren Vorerkrankungen, deren anspruchsvolle Behandlung nur interdisziplinär zu bewältigen ist. Zudem gilt das Pankreas als besonders „empfindliches“ Organ, was nicht nur den Eingriff selbst und die Behandlung im Anschluss komplizierter macht, sondern auch die Möglichkeit, ein Pankreas für eine Transplantation zu verwenden, beeinflusst. Darüber hinaus sind der Eingriff sowie die Nachbehandlung für die Patientinnen und Patienten mit vielen Risiken verbunden, z. B. mit dem Risiko des Versterbens der Patientinnen und Patienten oder einer Organabstoßung. Durch eine gute Versorgungsqualität in den Einrichtungen können Risiken zwar nicht gänzlich verhindert, aber doch zumindest erheblich reduziert werden.

Dokumentationsraten: Nieren- und Pankreas-(Nieren-)transplantation, Follow-up Nieren- und Pankreas-(Nieren-)transplantation

Spezifikation: Dialyse (DIAL)

Spezifikation: Nieren- und Pankreas-(Nieren-)transplantation (PNTX)

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