Qualität der Versorgung sehr kleiner Frühgeborener (NICU)

Damit sie einen guten, gesunden Weg ins Leben finden, bedürfen sehr kleine Frühgeborene besonders intensiver medizinischer Betreuung. Betroffen sind Kinder, deren Geburtsgewicht weniger als 1500 Gramm beträgt und die zu früh geboren werden. Auf perinatalzentren.org finden werdende Eltern Informationen über die Qualität der Versorgung dieser sehr kleinen Frühgeborenen in speziell dafür ausgestatteten Kliniken. Für Eltern besonders nützlich ist die Möglichkeit, mit einer Postleitzahlen-basierten Suche ein passendes Krankenhaus in der Nähe ihres Wohnortes zu finden.

Perinatalzentren müssen Behandlungsergebnisse veröffentlichen

Deutschlandweit gibt es mehr als 210 Perinatalzentren – Spezialkliniken, die sich auf die medizinische Behandlung sehr kleiner Frühgeborener spezialisiert haben. Ihre Arbeit lässt sich an Hand von Kriterien wie Fallzahlen oder Behandlungsroutine vergleichen. Um die Behandlungsergebnisse zu ermitteln, greift das IQTIG jeweils auf die Daten der vergangenen fünf Jahre zurück. Seit 2015 sind Perinatalzentren dazu verpflichtet, diese Daten zu veröffentlichen. Die aufbereiteten und aktualisierten Ergebnisse werden jährlich am 1. Dezember online gestellt. Das IQTIG betreut perinatalzentren.org im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Jährliche Strukturabfrage durch das IQTIG

Krankenhausstandorte, die sehr kleine Frühgeborene behandeln, sind seit Anfang 2018 verpflichtet Angaben zur strukturellen sowie personellen Ausstattung der Einrichtung an das IQTIG zu übermitteln. Damit soll geprüft werden, ob diese Perinatalzentren (Versorgungsstufe I und II) bzw. Einrichtungen mit perinatalem Schwerpunkt (Versorgungsstufe III) die festgelegten strukturellen und personellen Voraussetzungen einhalten.

Das IQTIG nimmt die Daten der Strukturabfrage einmal im Jahr entgegen – immer zwischen dem 1. und 15. Januar. Bis 31. Januar sind noch Korrekturen der übermittelten Angaben möglich. Zur Übermittlung der Daten besteht die Möglichkeit die Registrierungsplattform https://login.perinatalzentren.org zu nutzen oder die Daten an nicu(at)iqtig.org zu senden.

Die erfassten Daten beziehen sich jeweils auf das Jahr zuvor. Im Januar 2019 wurden demnach die Daten aus dem Erfassungsjahr 2018 erhoben. Im Jahr 2018 beteiligten sich insgesamt 310 Einrichtungen an der Strukturabfrage. Nach Auswertung der Daten übergibt das IQTIG seinen Bericht an den G-BA, der dann über Ergänzungen oder Weiterentwicklungen der entsprechenden Qualitätssicherungs-Richtlinie entscheidet.

Grundlage für die Abfrage ist die "Qualitätssicherungs-Richtlinie für Früh- und Reifgeborene" (QFR-RL) des G-BA.

Sechs Schritte zur Ergebnisveröffentlichung auf perinatalzentren.org

Seit 2015 ist die Teilnahme an der Ergebnisveröffentlichung verpflichtend. Die folgenden Punkte beschreiben den Ablauf für die Kliniken bzw. Einrichtungen mit perinatalem Schwerpunkt:

  • Registrierung: Die meisten Perinatalzentren haben sich bis zum 15. März 2015 einmalig für einen Zugang zur geschützten administrativen Registrierungsplattform registriert. Jede weitere Kommunikation erfolgt über diese Plattform. Krankenhäuser, die nach dem 15. März 2015 die Checkliste gemäß §6 Absatz 5 Qualitätssicherungs-Richtlinie für Früh- und Reifgeborene (QFR-RL) abgegeben haben, registrieren sich bitte anschließend über das Registrierungsformular.
  • Datenannahme: Die Rohdaten der Neonatalerhebungen können wahlweise von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung (LQS) oder von den Perinatalzentren selbst geliefert werden. Die Datenlieferung erfolgt einmal jährlich.
  • Datenumfang: Es sollen die Dokumentationsdaten der Perinatalzentren veröffentlicht werden, die diese im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen externen stationären Qualitätssicherung erheben. Hierfür werden einmalig die Daten der vorangegangenen fünf Jahre übermittelt. Im darauffolgenden Jahr ist das jeweils zurückliegende Erfassungsjahr zu übersenden.
  • Datenaufbereitung: Die Qualitätsinformationen werden risikoadjustiert ausgewiesen, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen und unterschiedliche Risikoprofile der Krankenhäuser auszugleichen. Hierzu werden logistische Regressionen durchgeführt.
  • Datenabgleich: Parallel zur Datenaufbereitung wird ein Abgleich der Vollzähligkeit mit externen Abrechnungsdaten durchgeführt. Fälle, die nur in einem Datensatz eindeutig identifiziert wurden, werden im Rahmen eines Validierungsverfahrens vor Ort geprüft.
  • Veröffentlichung: Die aufbereiteten Ergebnisse der verpflichtenden zentralen Ergebnisveröffentlichung werden jeweils am 1. Dezember eines Jahres auf perinatalzentren.org online gestellt.