Qualitätssicherungsverfahren

Das IQTIG entwickelt als fachlich unabhängiges, wissenschaftliches Institut für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G‐BA) Qualitätssicherungsverfahren und beteiligt sich an deren Durchführung.

Grundlage für die Durchführung der QS-Verfahren sind zwei Richtlinien des G-BA:

Die DeQS-RL hat am 1. Januar 2019 die „Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung“ (Qesü-RL) abgelöst.

Alle in Deutschland nach § 108 Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) zugelassenen Krankenhäuser sind daran gebunden. Unter bestimmten Voraussetzungen gelten die Regelungen zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung aber auch für Vertragsärzte und Vertragszahnärzte, medizinische Versorgungszentren oder auch Krankenkassen.

24 Qualitätssicherungsverfahren im Erfassungsjahr 2019

Derzeit führt das IQTIG 24 QS‐Verfahren für den G-BA durch: 21 nach QSKH-RL, drei nach DeQS-RL. Zuletzt hinzugekommen ist das QS-Verfahren Cholezystektomie  - es ist seit dem 1. Januar 2019 im Regelbetrieb. Gegenstand des QS-Verfahrens sind stationär durchgeführte Gallenblasenentfernungen (Cholezystektomien) bei gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten. Das QS-Verfahren läuft unter der DeQS-RL.

Indirekte und direkte Qualitätssicherungsverfahren

In der QSKH-RL wird nach indirekten Verfahren und direkten Verfahren unterschieden.

Für indirekte Verfahren sind die Datenannahmestellen auf Landesebene verantwortlich. Das können Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung (LQS) sein oder Landeskrankenhausgesellschaften (LKG) bzw. Kassenärztliche Vereinigungen (KV). Sie erstellen zum Beispiel Auswertungen für die Krankenhäuser und führen Strukturierte Dialoge durch.

Darüber hinaus arbeitet das IQTIG in der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung mit weiteren Partnern im Gesundheitswesen zusammen.

Bei den direkten Verfahren werden die Daten direkt vom Leistungserbringer, also dem Krankenhaus, an das IQTIG zur Auswertung und Beurteilung versandt. Weitere Unterschiede sind die Fallzahlen oder die Zahl der dokumentationspflichtigen Krankenhäuser.

Sektorenübergreifende Qualitätssicherungsverfahren

Die für die Umsetzung der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung erforderlichen organisatorischen Strukturen sind weiter gefasst. Auf Bundeslandebene, oder bundeslandübergreifend wurden Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) gegründet. Träger sind die Kassenärztlichen Bundesvereinigungen (KVen), Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigungen (KZVen), Landeskrankenhausgesellschaften (LKGen) und die Verbände der Krankenkassen einschließlich Ersatzkassen.

Zur Unterstützung bei der Durchführung ihrer Aufgaben in der externen Qualitätssicherung berufen die LAG Fachkommissionen, die sich aus Expertinnen und Experten sowohl aus dem ambulanten und stationären Bereich zusammensetzen. Die Kommissionen helfen bei der Ergebnisbewertung und können empfehlen ob und wie das Stellungnahmeverfahren eingeleitet wird und setzen ggf. beschlossene QS-Maßnahmen um.

Je ein IQTIG-Spezialistenteam pro Versorgungsbereich

Die 24 QS-Verfahren sind nach inhaltlichen Schwerpunkten geordnet, gruppiert in Versorgungsbereiche mit jeweils einem oder mehreren Verfahren. Für jedes Verfahrensgebiet ist vonseiten des IQTIG ein Team von zwei bis drei Mitarbeitern zuständig. Die Teams bestehen jeweils aus mindestens einem Arzt oder einer Ärztin, einer Gesundheitswissenschaftlerin oder einem Gesundheitswissenschaftler und einer Biometrikerin oder einem Biometriker.

Jedes Team wird von einer Fachgruppe externer Experten beraten, die sich aus Fachleuten für den jeweiligen medizinischen Versorgungsbereich zusammensetzt. Diese Fachgruppen auf Bundesebene bzw. sektorenübergreifenden Expertengremien auf Bundesebene unterstützen die Teams des IQTIG bei der Bewertung der Ergebnisse und den jährlichen Anpassungen der jeweiligen QS‐Verfahren.