Hintergrund

Das IQTIG entwickelt als fachlich unabhängiges, wissenschaftliches Institut für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G‐BA) Qualitätssicherungsverfahren und beteiligt sich an deren Durchführung. Grundlage für die Durchführung der QS-Verfahren sind Richtlinien des G-BA.

Alle in Deutschland nach § 108 Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) zugelassenen Krankenhäuser sind an die Regelungen zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherungdaran gebunden. Unter bestimmten Voraussetzungen gelten die Regelungen auch für Vertragsärzte und Vertragszahnärzte, medizinische Versorgungszentren oder Krankenkassen.

Erfassungsjahr 2021: 15 QS-Verfahren im Regelbetrieb

Im Erfassungsjahr 2021 führt das IQTIG 15 QS‐Verfahren nach der "Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) im Auftrag des G-BA durch. Neu hinzugekommen bzw. aus der "Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern" (QSKH-RL) überführt sind die QS-Verfahren:

  • Karotis-Revaskularisation (QS KAROTIS)
  • Ambulant erworbene Pneumonie (QS CAP)
  • Mammachirurgie (QS MC)
  • Gynäkologische Operationen (QS GYN-OP)
  • Dekubitusprophylase (QS DEK)
  • Versorgung mit Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren (QS HSMDEF)
  • Perinatalmedizin (QS PM)
  • Hüftgelenkversorgung (QS HGV) und
  • Knieendoprothesenversorgung (QS KEP).

Das QS-Verfahren Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie (QS PCI) wird zukünftig durch eine Patientenbefragung ergänzt.

Häufig gestellte Fragen an das IQTIG zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden externen Qualitätssicherung und die Antworten darauf finden Sie auch hier.

Richtlinien des G-BA

Das IQTIG führt die QS-Verfahren im Auftrag des G-BA  durch. Grundlage sind die entsprechenden Richtlinien des G-BA. Die meisten QS-Verfahren sind in der "Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung" (DeQS-RL) gefasst.

Die "Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern" (QSKH-RL) wird auf Beschluss des G-BA zum 1. Januar 2021 außer Kraft gesetzt. Alle QS-Verfahren aus dieser Richtlinie werden zum 1. Januar 2021 in die DeQS-RL überführt.

Die "Qualitätssicherungsrichtlinie Dialyse (QSD-RL) ist auf Beschluss des G-BA bereits seit dem 1. Januar 2020 aufgehoben. Ab dem Erfassungsjahr 2020 ist die Dialyse Teil des neuen QS-Verfahrens Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET) unter der DeQS-RL.

Seit dem Jahr 2020 wurden neben den laufenden QS-Verfahren auch zwei Verfahren aus Strukturrichtlinien neu durch das IQTIG zur Durchführung aufgenommen. Dabei handelt es sich um die "Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur" (QSFFx-RL) sowie die "Richtlinie über die Ausstattung der stationären Einrichtungen der Psychiatrie und Psychosomatik" (PPP-RL).

Bereits seit dem 1. Januar 2006 ist die "Richtlinie über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Reifgeborenen" (QFR-RL) in Kraft. Die QFR-RL ist eine Richtlinie zur Festlegung von Mindestanforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität in Perinatalzentren. Dies sind Spezialkliniken, die sich um die Versorgung von sehr kleinen Frühgeborenen mit weniger als 1.500g Geburtsgewicht kümmern. Die Richtlinie regelt Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei der Versorgung dieser Früh- und Reifgeborenen. Die aufbereiteten und aktualisierten Berichte über die Versorgungsqualität in diesen Einrichtungen werden vom IQTIG jährlich am 1. Dezember unter www.perinatalzentren.org veröffentlicht.

Weiterführende Informationen zu den für die Arbeit des Institutes relevanten Richtlinien des G-BA finden Sie hier.

QS-Verfahren nach der DeQS-RL

In der DeQS-RL sind für die landesbezogenen Verfahren die Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) verantwortlich. Träger der LAG sind die Kassenärztlichen Bundesvereinigungen (KVen), Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigungen (KZVen), Landeskrankenhausgesellschaften (LKGen) und die Verbände der Krankenkassen einschließlich Ersatzkassen. Die LAG führen zum Beispiel das Stellungnahmeverfahren mit den Leistungserbringern durch.

Zur Unterstützung bei der Durchführung ihrer Aufgaben in der externen Qualitätssicherung berufen die LAG Fachkommissionen, die sich aus Expertinnen und Experten sowohl aus dem ambulanten und stationären Bereich zusammensetzen. Die Fachkommissionen helfen bei der Ergebnisbewertung und können empfehlen, ob und wie das Stellungnahmeverfahren eingeleitet wird und setzen ggf. beschlossene QS-Maßnahmen um.

Bei den bundesbezogenen Verfahren der DeQS-RL werden die Daten indirekt vom Leistungserbringer (Krankenhaus) über die jeweils zuständige Datenannahmestelle auf Landesebene an das IQTIG zur Auswertung und Beurteilung versandt. Bei diesen bundesbezogenen Verfahren ist die Durchführung des Stellungnahmeverfahren mit den Leistungserbringern weiterhin Aufgabe des IQTIG.

Darüber hinaus arbeitet das IQTIG in der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung mit weiteren Partnern im Gesundheitswesen zusammen.

Je ein IQTIG-Spezialistenteam pro Versorgungsbereich

Die 15 QS-Verfahren sind nach inhaltlichen Schwerpunkten geordnet, gruppiert in Versorgungsbereiche mit jeweils einem oder mehreren Verfahren. Für jedes Verfahrensgebiet ist vonseiten des IQTIG ein Team von zwei bis drei Mitarbeitern zuständig. Die Teams bestehen jeweils aus mindestens einer Ärztin oder einem Arzt, einer Gesundheitswissenschaftlerin oder einem Gesundheitswissenschaftler und einer Biometrikerin oder einem Biometriker.

Jedes Team wird von einer Fachgruppe externer Expertinnen und Experten beraten, die sich aus Fachleuten für den jeweiligen medizinischen Versorgungsbereich zusammensetzt. Diese Expertengremien auf Bundesebene unterstützen die Teams des IQTIG bei der Bewertung der Ergebnisse und den jährlichen Anpassungen der jeweiligen QS‐Verfahren.

Der Verfahrenssupport des IQTIG

Der Verfahrenssupport des IQTIG steht für Fragen zu den bundesbezogenen QS-Verfahren zur Verfügung. Haben Sie Fragen zu den landesbezogenen QS-Verfahren, wenden Sie sich bitte an die für Sie jeweils zuständige Landesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung (LQS). Dort finden Sie u.a. eine Übersicht der Landesgeschäftsstellen. Informationen zu weiteren Partnern des IQTIG auf Landesebene finden Sie hier.

Sie erreichen das Team des Verfahrenssupports per Mail unter verfahrenssupport(at)iqtig.org.

Telefonisch stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter (030) 58 58 26 - 340 montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und zusätzlich montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

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