Qualitätssicherungsverfahren

Das IQTIG entwickelt als fachlich unabhängiges, wissenschaftliches Institut für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G‐BA) Qualitätssicherungsverfahren und beteiligt sich an deren Durchführung. Grundlage für die Durchführung der QS-Verfahren sind Richtlinien des G-BA. Alle in Deutschland nach § 108 Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) zugelassenen Krankenhäuser sind an die Regelungen zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherungdaran gebunden. Unter bestimmten Voraussetzungen gelten die Regelungen auch für Vertragsärzte und Vertragszahnärzte, medizinische Versorgungszentren oder Krankenkassen.

Richtlinien des G-BA

Das IQTIG führt die QS-Verfahren im Auftrag des G-BA  durch. Grundlage sind zwei Richtlinien des G-BA:

Die "Qualitätssicherungsrichtlinie Dialyse“ (QSD-RL) ist auf Beschluss des G-BA seit dem 1. Januar 2020 aufgehoben. Ab dem Erfassungsjahr 2020 ist die Dialyse dann Teil des neuen QS-Verfahrens Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET) unter der DeQS-RL.

Am 1. Januar 2019 hat die DeQS-RL die "Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung“ (Qesü-RL) abgelöst. Ab dem Erfassungsjahr 2021 sollen auch die QS-Verfahren der QSKH-RL vollständig in die DeQS-RL überführt werden.

Weiterführende Informationen zu den für die Arbeit des Institutes relevanten Richtlinien des G-BA  finden Sie hier.

24 Qualitätssicherungsverfahren im Erfassungsjahr 2020

Im Erfassungsjahr 2020 führt das IQTIG 24 QS‐Verfahren im Auftrag des G-BA durch: 18 nach QSKH-RL, sechs nach DeQS-RL. Neu hinzugekommen sind die QS-Verfahren Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS-NET), Transplantationsmedizin (QS-TX) und Kononarchirurgie und Eingriffe an Herzklappen (QS-KCHK). Sie sind am 1. Januar 2020 in den Regelbetrieb gegangen.

Häufig gestellte Fragen an das IQTIG zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden externen Qualitätssicherung und die Antworten darauf finden Sie auch hier.

Qualitätssicherungsverfahren nach der QSKH-RL

Sowohl in der QSKH-RL als auch in der DeQS-RL wird nach landesbezogenen und bundesbezogenen Verfahren unterschieden.

In der QSKH-RL werden bei den landesbezogenen Verfahren die QS-Daten der Leistungserbringer indirekt an das IQTIG übersendet. Laut Richtlinie sind dafür von der Landesebene beauftragte Stellen zuständig - die Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung (LQS).

Bei den bundesbezogenen Verfahren erhält das IQTIG die QS-Daten auf direktem Weg.

Qualitätssicherungsverfahren nach der DeQS-RL

In der DeQS-RL sind für die landesbezogenen Verfahren die Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) verantwortlich. Träger der LAG sind die Kassenärztlichen Bundesvereinigungen (KVen), Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigungen (KZVen), Landeskrankenhausgesellschaften (LKGen) und die Verbände der Krankenkassen einschließlich Ersatzkassen. Die LAG führen zum Beispiel Strukturierte Dialoge mit den Krankenhäusern durch.

Zur Unterstützung bei der Durchführung ihrer Aufgaben in der externen Qualitätssicherung berufen die LAG Fachkommissionen, die sich aus Expertinnen und Experten sowohl aus dem ambulanten und stationären Bereich zusammensetzen. Die Kommissionen helfen bei der Ergebnisbewertung und können empfehlen ob und wie das Stellungnahmeverfahren eingeleitet wird und setzen ggf. beschlossene QS-Maßnahmen um.

Bei den bundesbezogenen Verfahren der DeQS-RL werden die Daten indirekt vom Leistungserbringer (Krankenhaus) über die jeweils zuständige Datenannahmestelle auf Landesebene an das IQTIG zur Auswertung und Beurteilung versandt. Bei diesen bundesbezogenen Verfahren bleiben die Stellungnahmeverfahren mit den Krankenhäusern, also die Strukturierten Dialoge, weiterhin Aufgabe des IQTIG.

Darüber hinaus arbeitet das IQTIG in der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung mit weiteren Partnern im Gesundheitswesen zusammen.

Je ein IQTIG-Spezialistenteam pro Versorgungsbereich

Die 24 QS-Verfahren sind nach inhaltlichen Schwerpunkten geordnet, gruppiert in Versorgungsbereiche mit jeweils einem oder mehreren Verfahren. Für jedes Verfahrensgebiet ist vonseiten des IQTIG ein Team von zwei bis drei Mitarbeitern zuständig. Die Teams bestehen jeweils aus mindestens einer Ärztin oder einem Arzt, einer Gesundheitswissenschaftlerin oder einem Gesundheitswissenschaftler und einer Biometrikerin oder einem Biometriker.

Jedes Team wird von einer Fachgruppe externer Experten beraten, die sich aus Fachleuten für den jeweiligen medizinischen Versorgungsbereich zusammensetzt. Diese Fachgruppen auf Bundesebene bzw. sektorenübergreifenden Expertengremien auf Bundesebene unterstützen die Teams des IQTIG bei der Bewertung der Ergebnisse und den jährlichen Anpassungen der jeweiligen QS‐Verfahren.

Der Verfahrenssupport des IQTIG

Der Verfahrenssupport des IQTIG steht für Fragen zu den bundesbezogenen QS-Verfahren zur Verfügung. Haben Sie Fragen zu den landesbezogenen QS-Verfahren, wenden Sie sich bitte an die für Sie jeweils zuständige Landesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung (LQS). Eine Übersicht der Landesgeschäftsstellen finden Sie hier. Informationen zu weiteren Partnern des IQTIG auf Landesebene finden Sie hier.

Sie erreichen das Team des Verfahrenssupports per Mail unter verfahrenssupport(at)iqtig.org.

Telefonisch stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter (030) 58 58 26 - 340 montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und zusätzlich montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr für Fragen und Anregungen zur Verfügung.