Lokal begrenztes Prostatakarzinom (QS PROSTATA)

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Das Prostatakarzinom ist eine bösartige Tumorerkrankung, die vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse (Prostata) ausgeht und somit zu den Adenokarzinomen zählt. Die Neuerkrankungsrate für das Prostatakarzinom lag 2013 bei knapp 60.000, womit es das häufigste Karzinom bei Männern in Deutschland darstellt (RKI/GEKID 2019).

Am 16. April 2020 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das IQTIG mit der Entwicklung eines QS-Verfahrens Lokal begrenztes Prostatakarzinom beauftragt. Basis für die Entwicklung ist die vom IQTIG vorgelegte Konzeptstudie vom 30. November 2017.

Prostatakarzinome treten vor allem bei Männern im höheren Alter auf. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei ungefähr 72 Jahren. Das Risiko für Männer, im Laufe ihres Lebens an einem Prostatakarzinom zu erkranken, liegt bei 10,9 Prozent (RKI/GEKID 2019).

Das Prostatakarzinom zeichnet sich nicht nur durch ein erst spät einsetzendes, sondern auch durch ein sehr langsames Tumorwachstum aus, wodurch die Überlebenswahrscheinlichkeit für die betroffenen Männer hoch ist. Das relative 5-Jahres-Überleben liegt bei 89 Prozent. Zehn Jahre nach der Diagnose leben noch 88 Prozent der Männer mit einem Prostatakarzinom (RKI/GEKID 2019).

Der Großteil der Prostatakarzinome wird heutzutage bereits in einem frühen Tumorstadium, in dem der Tumor noch lokal auf die Prostata begrenzt ist, diagnostiziert. Dies ist vor allem auf den Test zur Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA-Test) im Blut zurückzuführen, der bereits vor Auftreten erster Symptome einen Hinweis auf ein Prostatakarzinom geben kann. Zwei Drittel der Tumore sind bei Erstdiagnose noch lokal auf die Prostatakapsel begrenzt (Klassifikation des Primärtumors T1–T2). Die weiteren knapp 40 Prozent der Karzinome haben bei Erstdiagnose bereits die Prostatakapsel durchbrochen (lokal fortgeschritten; T3) bzw. sind bereits in benachbarte Strukturen (z.B. Rektum; T4) infiltriert (RKI/GEKID 2019, Wittekind 2020).

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