Cholezystektomie (CHE)

Das QS-Verfahren Cholezystektomie (QS CHE) ist am 1. Januar 2019 in den Regelbetrieb gegangen. Es ist eines von drei QS-Verfahren, welche unter der neuen „Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung“ (DeQS-RL)" laufen. Der G-BA hat diese Richtlinie am 19. Juli 2018 beschlossen.

Das Gallensteinleiden (Cholelithiasis) stellt in der erwachsenen Bevölkerung die häufigste Erkrankungsform der Gallenblase und der Gallengänge dar. Gallensteine (Konkremente) kommen bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Der Nachweis von Konkrementen in der Gallenblase bzw. den extrahepatischen Gallenwegen erfolgt vor allem durch eine Ultraschalluntersuchung.

Die operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) stellt die typische Behandlung schmerzhafter, also symptomatischer Gallenblasensteine dar. Sie erfolgen entweder minimal-invasiv (laparoskopisch, d.h. Entfernung der Gallenblase mittels Schlüssellochchirurgie) oder offen chirurgisch, indem ein Bauchschnitt angelegt wird (Laparotomie). Die Entfernung der Gallenblase kann auch im Rahmen anderer Operationen von Bauchorganen sinnvoll und notwendig sein (Begleitcholezystektomie).

Bei der operativen Entfernung der Gallenblase können schwerwiegende Komplikationen wie bspw. die Verletzung der Gallengänge und Blutgefäße verursacht werden, die bereits während des stationären Aufenthaltes oder zu einem späteren Zeitpunkt diagnostiziert werden. Die Häufigkeit solcher Ereignisse wird im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung mit dem neuen QS-Verfahren Cholezystektomie nach DeQS-RL erfasst.

In dem vor dem Erfassungsjahr 2015 von der Institution nach § 137 a Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) (alte Fassung) durchgeführten QS-Verfahren Cholezystektomie wiesen die Ergebnisse der Qualitätsindikatoren seinerzeit ein gleichbleibend gutes Niveau der Versorgungsqualität aus. Betrachtet wurden Ergebnisindikatoren ausschließlich für den stationären Sektor. Nach der Entlassung auftretende Komplikationen und Reinterventionen, verursacht z.B. durch die Durchtrennung oder den Verschluss des Hauptgallenganges (Ductus hepatocholedochus), eingriffsspezifische Infektionen oder interventionsbedürftige Blutungen konnten jedoch nicht erfasst werden.

Am 19. Juli 2012 beauftragte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Institut nach § 137 a SGB V (alte Fassung) mit der Weiterentwicklung des QS-Verfahrens Cholezystektomie. Mit dem Erfassungsjahr 2015 erfolgte nach Beschluss durch den G-BA die Aussetzung des Verfahrens. Der Weiterentwicklungsauftrag zielte auf die Erfassung von nach Entlassung aus dem Krankenhaus stattfindenden Ereignissen. Die neu entwickelten Follow-up-Indikatoren bilden nun unter Nutzung von Sozialdaten der Krankenkassen nach dem ersten stationären Aufenthalt auftretende Komplikationen und Reinterventionen ab. Entsprechend beziehen sich die insgesamt sieben Qualitätsindikatoren auf operationsbedingte intra- oder postoperative Komplikationen und Reinterventionen nach 30, 90 bzw. 365 Tagen sowie auf die Sterblichkeit bei Durchführung oder innerhalb von 90 Tagen nach Cholezystektomie.

Für das neue QS-Verfahren Cholezystektomie (QS CHE) hat am 1. Januar 2019 der Regelbetrieb begonnen, d. h. die Datenerhebung und die Datenübermittlungen von nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäusern und von Sozialdaten der Krankenkassen zu stationären Folgebehandlungen sowie in deren Folge die Datenverarbeitung.

Rechenregeln

Hier können derzeit die prospektiven Rechenregeln für die Qualitätsindikatoren des QS-Verfahrens Cholezystektomie (QS CHE), die auf dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 20.12.2018 beruhen, heruntergeladen werden. Der Beschluss des G-BA ist auf dessen Webseite zu finden.

Die prospektiven Rechenregeln werden im Vorlauf zu einem Erfassungsjahr erstellt. Die endgültigen Rechenregeln werden im Nachgang, nach der Berechnung der Qualitätsindikatoren für ein Erfassungsjahr zur Verfügung gestellt. Sie weichen ggf. von den prospektiven Rechenregeln ab.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Auswertung und Rechenregeln: Gallenblasenentfernung (CHE)

  • DeQS-RL