Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie (QS PCI)

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner "Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung" (DeQS-RL) das QS-Verfahren Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie als erstes sektorenübergreifendes Verfahren festgelegt. Dabei werden sowohl ambulante als auch stationär erbrachte Eingriffe qualitätsgesichert.
Zudem beinhaltet das QS-Verfahren seit dem 1. Juli 2022 die erste Patientenbefragung der gesetzlichen Qualitätssicherung. Die vom IQTIG entwickelten und validierten Fragebögen richten sich an erwachsene gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten, bei denen eine elektive oder akute Koronarangiographie und/oder perkutane Koronarintervention (PCI) als Indexeingriff durchgeführt wurde.
Insgesamt umfasst das Verfahren 29 Qualitätsindikatoren. Drei davon basieren ausschließlich auf der QS-Dokumentation der Leistungserbringer.

Für fünf Indikatoren werden zusätzlich Informationen bei der Berechnung aus den Sozialdaten bei den Krankenkassen herangezogen und 21 Indikatoren basieren auf einer Patientenbefragung.
Das QS-Verfahren verfolgt mehrere Zielsetzungen:

  • Verbesserung der Indikationsstellung: Koronarangiographien sind nur durchzuführen, wenn ausreichende medizinische Gründe für deren Notwendigkeit vorliegen
  • Förderung der Leitlinienadhärenz: bei der Durchführung sind die medizinisch-wissenschaftlichen Standards einzuhalten, wie sie insbesondere in den Leitlinien empfohlen werden
  • Stärkung der Patientensicherheit: Verringerung der Anzahl der Komplikationen während des Eingriffs und nach dem Eingriff

Verengungen der Herzkranzgefäße

In Deutschland sind die koronare Herzkrankheit (KHK) und der akute Myokardinfarkt (Herzinfarkt) die häufigsten Todesursachen im Erwachsenenalter (Quelle: Statistisches Bundesamt). Patientinnen und Patienten mit einer KHK leiden unter Verengungen der Herzkranzgefäße, die den Blutfluss und damit die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels verringern können.
Ist die KHK besonders stark ausgeprägt, kann es zum Verschluss eines Herzkranzgefäßes und damit ggf. zu einem Herzinfarkt kommen. Um zu beurteilen, ob und in welchem Ausmaß eine derartige Verengung oder ein Verschluss eines Herzkranzgefäßes vorliegt, kann eine Koronarangiographie durchgeführt werden.

Bei dieser Untersuchung wird ein Katheter über die Armarterie oder, mittlerweile seltener, über die Beinarterie bis zum Herzen vorgeschoben. Die Herzkranzgefäße werden dann über den Katheter mit Kontrastmittel gefüllt und mithilfe eines speziellen Röntgengeräts dargestellt.
Im Anschluss muss entschieden werden, ob ein vollständiger oder zumindest verbesserter Blutfluss (Revaskularisation) durch die Anwendung eines speziellen Katheters erzielt werden kann (perkutane Koronarintervention, percutaneous coronary intervention, PCI) oder ob ein herzchirurgischer Eingriff (aortokoronare Bypassoperation) notwendig ist.

Perkutane Koronarintervention

Bei einer PCI wird ein Katheter, an dessen Ende ein kleiner Ballon befestigt ist, über einen Führungsdraht bis zur Verengung des Herzkranzgefäßes vorgeschoben. Durch Aufdehnen des Ballons im Bereich der Verengung wird das Gefäß aufgeweitet (Ballondilatation). Um das Ergebnis zu erhalten, wird häufig im Anschluss ein kleines, schlauchförmiges Gittergerüst (Stent) eingesetzt.
Geplante Koronarangiographien und PCI werden entweder im Krankenhaus (stationär oder ambulant) oder in einer entsprechend ausgestatteten Praxis (ambulant) durchgeführt. Bei Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt werden diese auch als Notfallprozedur im Krankenhaus durchgeführt. Die Patientinnen und Patienten sind in einer solchen Situation hochgradig gefährdet und müssen in der Regel vor dem Eingriff und in der ersten Zeit nach dem Eingriff intensivmedizinisch überwacht werden.

Auch wenn zwischenzeitlich ein leichter Rückgang durchgeführter Koronarangiographien und PCI zu verzeichnen ist (Deutscher Herzbericht 2024), bleibt die Anzahl durchgeführter Eingriffe (Koronarangiographien: 771.234, PCI: 309.634; IQTIG-Bundesauswertung 2024) in Deutschland seit Jahren auf einem hohen Niveau. Es stellt sich die Frage, ob diese Eingriffe immer gerechtfertigt (indiziert) sind. Schließlich bergen diese Interventionen auch Risiken wie Nachblutungen, Gefäßverletzungen oder das Auftreten schwerwiegender kardialer Komplikationen.
Die externe Qualitätssicherung soll daher sicherstellen, dass möglichst alle Patientinnen und Patienten eine qualitativ hochwertige Versorgung mit gerechtfertigter Indikationsstellung und unter Einhaltung der medizinischen Standards erhalten.

Auswertung und Rechenregeln

Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie (PCI)

Vorläufige Rechenregeln, mit denen die Ergebnisse der Auffälligkeitskriterien berechnet werden. Prospektive Rechenregeln für Auffälligkeitskriterien

Regeln, nach denen die Ergebnisse von Qualitätsindikatoren und Kennzahlen für die endgültige Jahresauswertung berechnet werden. Endgültige Rechenregeln

Vorläufige Regeln, nach denen die Ergebnisse von Qualitätsindikatoren und Kennzahlen berechnet werden. Prospektive Rechenregeln

Rechenregeln, mit denen die Ergebnisse der Auffälligkeitskriterien für die Jahresauswertung berechnet wurden. Endgültige Rechenregeln für Auffälligkeitskriterien

Die Bundesauswertung enthält für ein Auswertungsmodul die Ergebnisse der Jahresauswertung auf Bundesebene. Bundesauswertung

Ausführlichere Beschreibung von Risikoadjustierungsmodellen, die zu den endgültigen Rechenregeln gehören und die in der Bundesauswertung verwendet werden. Modellsteckbrief

Validierte Fragebögen

Für das Verfahren QS PCI hat das IQTIG im Auftrag des G-BA validierte Fragebögen entwickelt. Die in den Fragebögen abgebilden Themen werden in einem mehrstufigen Entwicklungsprozess festgelegt.
Weitere Informationen für Patientinnen und Patienten sowie für Leistungserbringer finden Sie bei Zusatzinformationen am Ende dieser Seite.

Die Fragebögen sind urheberrechtlich geschützt. Eine Nutzung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des G-BA gestattet.
Eine kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen.

 

Fragebogen elektive Koronarangiographie (PPCIEKORO)

bis Spezifikationsjahr 2025

Fragebogen elektive PCI (PPCIEPCI)

bis Spezifikationsjahr 2025

Fragebogen akute bzw. dringende Koronarangiographie (PPCIAKORO)

bis Spezifikationsjahr 2025

Fragebogen akute bzw. dringende PCI (PPCIAPCI)

bis Spezifikationsjahr 2025

Fragebogen akute bzw. dringende PCI oder Koronarangiographie (AKUT)

Spezifikationsjahr 2022

Spezifikation

Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie (PCI)

Die Ausfüllhinweise dienen als Hilfestellung bei der Dokumentation durch den Anwender. Ausfüllhinweise

Bildet anhand von Fragen und Antwortmöglichkeiten ab, welche Daten durch den Leistungserbringer dokumentiert werden müssen. Dokumentationsbogen

Die Anwenderinformation bildet ab, wann eine Dokumentationspflicht besteht. Anwenderinformation QS-Filter

Exportmodule für sektorenübergreifende Verfahren | Anwenderinformationen QS-Filter

Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie (LKG) (PCI_LKG)
Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie (KV) (PCI_KV)
Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie (SV) (PCI_SV)

Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie Patientenbefragung (PPCI)

Die Ausfüllhinweise dienen als Hilfestellung bei der Dokumentation durch den Anwender. Ausfüllhinweise

Bildet anhand von Fragen und Antwortmöglichkeiten ab, welche Daten durch den Leistungserbringer dokumentiert werden müssen. Dokumentationsbogen

Die Anwenderinformation bildet ab, wann eine Dokumentationspflicht besteht. Anwenderinformation QS-Filter

Exportmodule für sektorenübergreifende Verfahren | Anwenderinformationen QS-Filter

Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie Patientenbefragung (PPCI_KV)
Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie Patientenbefragung (PPCI_LKG)
Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie Patientenbefragung (PPCI_SV)

Bundesqualitätsbericht

Die vollständigen Bundesqualitätsberichte sowie die QSEB-Anhangtabellen (Excel-Datei) des Bundesqualitätsberichts stehen hier zum Download zur Verfügung.

Veröffentlichungen

Zusatzinformationen