QS-Verfahren Entlassmanagement: Zwischenbericht zur Überarbeitung einer Konzeptskizze

Ziel des zukünftigen QS-Verfahrens Entlassmanagement ist die Verbesserung der Versorgungsqualität von Patientinnen und Patienten an der Schnittstelle zwischen der (teil-)stationären Behandlung in einem Krankenhaus und der weiterführenden Versorgung im ambulanten oder einem anderen stationären Setting (z.B. Nachsorge beim vertragsärztlichen Hausarzt, Aufnahme in ein Pflegeheim, weitere Versorgung in einer Rehabilitationseinrichtung). Reibungslose Übergänge an diesen Schnittstellen zwischen den Sektoren sind die Voraussetzung, um die Qualität der Versorgung von Patientinnen und Patienten sicherzustellen und Versorgungsbrüche zu vermeiden.

In den vergangenen Jahren wurden diesbezüglich zahlreiche gesetzliche Regelungen getroffen, was die Bedeutung des Entlassmanagements für eine gute Versorgungsqualität unterstreicht. So gab es beispielsweise neue Regelungen zu den Verordnungsmöglichkeiten von Krankenhäusern (z.B. für Arzneimittel- oder Heil- und Hilfsmittelverordnungen). Zudem wurde ein Rahmenvertrag zur Ausgestaltung der Voraussetzungen, der Art und des Umfangs des Entlassungsmanagements in den Krankenhäusern abgeschlossen. Vor diesem Hintergrund sollte die vorhandene Konzeptskizze aus dem Jahr 2015 überprüft und aktualisiert werden, um so die aktuellen Rahmenbedingungen in der anschließenden Entwicklung von Qualitätsindikatoren zu berücksichtigen.

Im Zuge der Überprüfung und Aktualisierung wurde ein Qualitätsmodell entwickelt, das verschiedene patientenrelevante Qualitätsaspekte umfasst, anhand derer sich die Qualität eines Entlassmanagements beschreiben lassen. Wichtig für die Qualität des Entlassmanagements ist, dass im Krankenhaus klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten für das Entlassmanagement festgelegt, die Prozesse standardisiert sowie die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Tätigkeit ausreichend qualifiziert sind. Darüber hinaus ist es relevant, dass nach stationärer Aufnahme für jede Patientin und jeden Patienten eine Einschätzung (Assessment) hinsichtlich des Bedarfs für ein Entlassmanagement durchgeführt wird. Weitere wichtige Aspekte im Rahmen des Entlassmanagements sind die Erstellung einer Entlassplanung, die Information und Schulung von Patientinnen und Patienten, die Kommunikation mit nach- und weiterversorgenden Leistungserbringern sowie die Zurverfügungstellung von Entlassdokumenten. Als ergebnisbezogene Qualitätsaspekte wurden die Entlassfähigkeit zum Zeitpunkt der Entlassung sowie ungeplante Wiederaufnahmen und Kontakte zur ambulanten Notfallversorgung identifiziert.

Die Qualitätsaspekte wurden anschließend hinsichtlich ihrer Erfassung über die in der Qualitätssicherung zur Verfügung stehenden Datenquellen (Dokumentation durch die Leistungserbringer, Sozialdaten bei den Krankenkassen und Patientenbefragung) geprüft. Ein besonderer Fokus lag hierbei darauf, ob und wie die Kommunikation und die Informationsflüsse am Sektorenübergang zwischen stationären und ambulanten Leistungserbringern abgebildet werden können. Im Ergebnis zeigte sich bei einem Großteil der Qualitätsaspekte, dass eine Erfassung über eine Patientenbefragung sinnvoll ist. Weitere Aspekte können sinnvoll über eine Dokumentation bei den Leistungserbringern bzw. über die Sozialdaten bei den Krankenkassen erfasst werden.

Im Zwischenbericht wird zudem dargestellt, auf welche Patientinnen und Patienten sich das zukünftige QS-Verfahren beziehen soll. Grundsätzlich besteht für alle (teil-)stationär behandelten Patientinnen und Patient ein Anrecht auf ein Entlassmanagement. Da dies jedoch den Bereich des Machbaren in der Qualitätssicherung übersteigt, wurde empfohlen, sich mit dem zukünftigen QS-Verfahren auf Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Bedarf für eine Entlassmanagement zu fokussieren. Hierfür wurde ein Prognosemodell anhand von Sozialdaten bei den Krankenkassen entwickelt, mit dem zielgenau Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Bedarf für ein Entlassmanagement identifiziert werden können.

Der G-BA hat die Veröffentlichung des Zwischenberichts am 17. September 2020 beschlossen.

Seit dem 1. Januar 2020 entwickelt das IQTIG Qualitätsindikatoren und Instrumente zur Abbildung der Patientenperspektive (Patientenbefragung; Beauftragungsgegenstand Teil C).

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