Verknüpfung der Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neonatologie und Entwicklung von entsprechenden (Follow-up-)Qualitätsindikatoren: Abschlussbericht

Die Verknüpfung der Leistungsbereiche Geburtshilfe und Neonatologie wird seit langem als wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung der Qualitätssicherung im Bereich Perinatalmedizin gefordert. Vor diesem Hintergrund erhielt das IQTIG 2017 vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) den Auftrag, zwei unterschiedliche Verfahren zur datenschutzwahrenden Verknüpfung dieser beiden Leistungsbereiche zu erproben. Darüber hinaus sollten (Follow-up-)Qualitätsindikatoren und ein entsprechendes Auswertungskonzept für eine verknüpfte Datenbasis entwickelt und getestet werden

Der Abschlussbericht des IQTIG vom 31.12.2020 informiert auf Basis der QS-Daten der Erfassungsjahre 2018 und 2019 detailliert über die für eine Verknüpfung zur Verfügung stehenden Datenfelder, deren Datenqualität, und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zur Verknüpfung der Leistungsbereiche. Es wird unter anderem vorgeschlagen, zur Steigerung der Verknüpfungsquote auf Sozialdaten bei den Krankenkassen zurückzugreifen.

Im zweiten Teil des Abschlussberichts wurden die folgenden 8 Qualitätsindikatoren aus dem Bereich Perinatalmedizin für eine Verwendung mit verknüpften QS-Daten weiterentwickelt und anhand der verknüpften Daten probeweise ausgewertet:

  1. Im Krankenhaus beobachtete Sterblichkeit bei Neugeborenen und Säuglingen
  2. In neonatologischen Kliniken beobachtete Sterblichkeit bei Neugeborenen und Säuglingen
  3. Hypoxisch-ischämische Enzephalopathien (HIE) bei Reifgeborenen der Geburtshilfe
  4. Hypoxisch-ischämische Enzephalopathien (HIE) bei Reifgeborenen mit dokumentierter Asphyxie
  5. Aufnahmetemperatur unter 36,0 °C bei sehr kleinen Frühgeborenen
  6. Aufnahmetemperatur unter 36,0 °C bei Risiko-Lebendgeborenen
  7. Sepsis bei Lebendgeborenen
  8. Qualitätsindex zur Frühgeborenenversorgung bei sehr kleinen Frühgeborenen

Als zentrale Neuerung wird ein erweitertes Auswertungs- und Zuschreibungsverfahren der Indikatorergebnisse dargestellt. Die indikatorrelevanten Ereignisse werden dabei nicht nur für den dokumentierenden Standort berücksichtigt, sondern zusätzlich den ggf. vorbehandelnden Kliniken zugeschrieben. Bei diesem Auswertungskonzept gehen zusätzliche, bislang nicht berücksichtige Ereignisse in die Indikatorberechnung mit ein. Bei rechnerischen Auffälligkeiten sollen im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens Fallkonferenzen mit (vorerst) sämtlichen an der Versorgung des Kindes beteiligten Leistungserbringern anberaumt werden.

Anhand der Probeauswertungen wird gezeigt, dass die weiterentwickelten Indikatoren sowie das Auswertungsverfahren grundsätzlich funktionieren und sich erfolgreich auf die verknüpften QS-Daten anwenden lassen. Es wird empfohlen, eine praktische Erprobung ausgewählter Indikatoren, inklusive der standortübergreifenden Fallkonferenzen, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie umzusetzen.

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