QS-Verfahren Ambulante Psychotherapie: Zwischenbericht zur Überarbeitung der Konzeptskizze

Die Ergebnisse und Empfehlungen des IQTIG bilden die Grundlage für die Entwicklung von Qualitätsindikatoren und Instrumenten sowie die notwendigen Dokumentationsvorgaben für die Messung der Prozess- und – soweit sachgerecht abbildbar – der Ergebnisqualität in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung gesetzlich Krankenversicherter.

Ziel des zukünftigen QS-Verfahrens Ambulante Psychotherapie ist die Verbesserung der Versorgungsqualität von Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen sowie die Untersuchung und Messung qualitätsrelevanter Prozesse im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung. Im Zuge der Entwicklung soll auch geprüft werden, inwieweit Aspekte der Ergebnisqualität erfasst werden können. Eingeschlossen werden sollen zunächst Erwachsene (ab 18 Jahren), die eine psychotherapeutische Kurzzeit- oder Langzeittherapie bei ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. Das Verfahren soll - unabhängig von der spezifischen Diagnose und unabhängig vom angewandten psychotherapeutischen Verfahren - für alle gesetzlich krankenversicherten behandelten Patienten einer ambulanten psychotherapeutischen Einrichtung anwendbar sein.

Im Zuge der Überprüfung und Aktualisierung wurde ein Qualitätsmodell entwickelt, das verschiedene patientenrelevante Qualitätsaspekte umfasst, anhand derer sich die Qualität von Psychotherapie in der Psychotherapie-Richtlinie beschreiben lassen. Wichtig für die Qualität von Psychotherapie ist u.a. eine umfassende Diagnostik und das Informieren der Patienten und Patientinnen über Behandlungsoptionen, Therapieverfahren und Rahmenbedingungen. Ebenso sind gemeinsame Behandlungsplanungen sowie Therapiezielvereinbarungen relevant. Weiterere wichtige Aspekte sind neben der Kommunikation und Interaktion, das Reflektieren des Therapiefortschritts sowie eine gute Vorbereitung des Therapieendes.

Die Qualitätsaspekte wurden anschließend hinsichtlich ihrer Erfassung über die in der Qualitätssicherung zur Verfügung stehenden Datenquellen (Dokumentation durch die Leistungserbringer, Sozialdaten bei den Krankenkassen und Patientenbefragung) geprüft. Im Ergebnis zeigte sich bei einem Großteil der Qualitätsaspekte, dass eine Erfassung über eine Patientenbefragung zielführend ist. Weitere Aspekte können über eine Dokumentation bei den Leistungserbringern bzw. ggf. über die Sozialdaten bei den Krankenkassen erfasst werden.

Parallel entwickelt das IQTIG auch Qualitätsindikatoren und Instrumente zur Abbildung der Patientenperspektive (Patientenbefragung), die integraler Bestandteil des QS-Verfahrens sein werden.

Der G-BA hat die Veröffentlichung des Zwischenberichts am 15. Oktober 2020 beschlossen.

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