Herzschrittmacherversorgung (HSM)

Der Einsatz eines Herzschrittmachers hat das Ziel, Beschwerden, die bis zur Bewusstlosigkeit des Patienten reichen können, zu mindern. Zudem erhöhen Herzschrittmacher bei bestimmten Formen der bradykarden Herzrhythmusstörung die Lebenserwartung. Ein weiteres Anwendungsgebiet für Herzschrittmacher ist die fortgeschrittene Pumpschwäche des Herzens (Herzinsuffizienz): hierbei arbeiten die beiden Hauptkammern und/oder verschiedene Wandabschnitte der linken Kammer nicht mehr synchron. Diese Form der Herzschwäche kann mittels elektrischer Stimulation behandelt werden (kardiale Resynchronisationstherapie).
 

Herzschrittmacher-Implatation

Die Qualitätsindikatoren im Auswertungsmodul Herzschrittmacher-Implantation fokussieren u. a. auf die Beachtung von Leitlinienempfehlungen und die Dauer des Eingriffs. Weitere wichtige Punkte sind die Strahlenbelastung des Patienten sowie die Erreichung akzeptabler Werte bei notwendigen intraoperativen Messungen (Bestimmung der Stärke und Form des elektrischen Impulses). Darüber hinaus werden Komplikationen im zeitlichen Umfeld des Eingriffs und die risikoadjustierte Sterblichkeitsrate erfasst.

Seit 2015 werden zudem Daten erhoben, die eine Verknüpfung der QS-Daten wiederholter stationärer Aufenthalte eines Patienten ermöglichen. Durch dieses Follow-up können auch Komplikationen erfasst werden, die erst nach Verlassen des Krankenhauses auftreten. Die Follow-up-Indikatoren, für die Daten verschiedener Eingriffsarten ausgewertet werden, sind ebenfalls dem Auswertungsmodul Herzschrittmacher-Implantation zugeordnet.
 

Herzschrittmacher-Aggregatwechsel

Herzschrittmacherbatterien können nicht separat ausgetauscht werden, es ist immer ein Wechsel des kompletten Aggregats erforderlich. Solch ein Aggregatwechsel stellt einen vergleichsweise einfachen operativen Eingriff dar, bei dem dennoch Komplikationen, wie Wundinfektionen auftreten können. Daher sollten Aggregatwechsel möglichst selten stattfinden.

Die Indikatoren des Auswertungsmoduls zu Aggregatwechseln richten sich auf die Dauer des Eingriffs und notwendige Funktionsmessungen des neuen Aggregats während der Operation. Erfasst werden auch Komplikationen im Zusammenhang mit dem Eingriff sowie die Sterblichkeit bei solchen Operationen.

Die Lebensdauer des zu ersetzenden Aggregats wird seit der Auswertung zum Erfassungsjahr 2016 durch einen Follow-up-Indikator ausgewertet, der dem Teilbereich Herzschrittmacher-Implantation zugeordnet ist.

Korrekturen an Schrittmachertasche und Sonden sind bei der Betrachtung ausgeschlossen. Diese werden im Auswertungsmodul Herzschrittmacher-Revision/-Systemwechsel/-Explantation erfasst.
 

Herzschrittmacher-Revision/-Systemwechsel/-Explantation

Das hier dargestellte Auswertungsmodul umfasst die Qualitätssicherung bei erneuten Eingriffen (Revisionen) an Herzschrittmachern, bei ihrer Entfernung (Explantation) oder bei Systemwechsel. Seit dem Erfassungsjahr 2015 werden Daten erhoben, durch die die Informationen dieses Moduls mit den vorausgegangenen Schrittmachereingriffen eines Patienten verknüpft werden können. Die Indikatoren, die sich auf die Ursachen für die Reparatur, den Wechsel oder das Entfernen des Herzschrittmachers beziehen, können nun als Follow-up-Indikatoren ausgewertet werden und sind dem Auswertungsmodul Herzschrittmacher-Implantation zugeordnet.

Die Indikatoren des Auswertungsmoduls Herzschrittmacher-Revision/-Systemwechsel/-Explantation beziehen sich auf Komplikationen im Umfeld der Operation und die risikoadjustierte Sterblichkeit im Krankenhaus. Die Ergebnisse der Bestimmung der Stärke und Form des elektrischen Impulses (Reizschwellen- und Amplitudenmessungen) der Sonden werden zusammen mit den Daten zu Erstimplantationen und Aggregatwechseln ausgewertet; die entsprechenden Indikatoren sind den Auswertungsmodulen Herzschrittmacher-Implantation und Herzschrittmacher-Aggregatwechsel zugeordnet.