Implantierbare Defibrillatoren (DEFI)

Der plötzliche Herztod gehört zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen. Bei den meisten Betrof­fenen sind dafür Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, KHK) oder des Herzmuskels (Kardiomyopathie) ursächlich, die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) zur Folge haben können.

Die Implantation eines Defibrillators ist dann angemessen, wenn kardiologisch ein hohes Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen gesichert festgestellt wurde. Sind diese lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen bereits einmal aufgetreten und ihnen liegt keine reversible Ursache zugrunde, erfolgt die ICD-Implantation – mit dem Ziel, bereits aufgetretene gefährliche Herzrhythmusstörungen zu verhindern. Das Aggregat kann diese lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen durch eine Abgabe eines elektrischen Stromstoßes oder eine schnelle Abgabe von elektrischen Impulsen (antitachykarde Stimulation) beenden und damit den plötzlichen Herztod verhindern.

Ein weiteres Anwendungsgebiet der ICD-Therapie ist die fortgeschrittene Pumpschwäche des Herzens (Herzinsuffizienz). Dabei arbeiten beide Hauptkammern und/oder verschiedene Wandabschnitte der linken Kammer nicht mehr synchron. Diese Form der Herzschwäche kann mit elektrischer Stimulation behandelt werden (kardiale Resynchronisationstherapie, CRT).

Da betroffene Patienten auch einem erhöhten Risiko für den plötzlichen Herztod ausgesetzt sind, werden meist Kombinationsgeräte implantiert. Sie verbinden eine Behandlung der Herzinsuffizienz mittels Resynchronisationstherapie und die Prävention des plötzlichen Herztods durch lebensbedrohliche Rhythmusstörungen der Herzkammern (CRT-D-Aggregate).

Auswertung und Rechenregeln: Implantierbare Defibrillatoren – Implantation (09n4-DEFI-IMPL)

  • QSKH-RL

Qualitätsmerkmale einer ICD-Implantation, die in diesem Auswertungsmodul erfasst werden, beziehen sich u.a. auf die Beachtung von Leitlinienempfehlungen und die Dauer des Eingriffs.

Weitere wichtige Merkmale sind die Strahlenbelastung des Patienten sowie die Erreichung akzeptabler Werte bei notwendigen intraoperativen Messungen (Bestimmungen des elektrischen Impulses). Darüber hinaus werden Komplikationen im zeitlichen Umfeld des Eingriffs und die risikoadjustierte Sterblichkeitsrate erfasst.

Seit 2018 werden zudem Daten erhoben, die eine Verknüpfung der QS-Daten wiederholter stationärer Aufenthalte eines Patienten ermöglichen. Durch dieses Follow-up können auch Komplikationen erfasst werden, die erst nach Verlassen des Krankenhauses auftreten.

Auswertung und Rechenregeln: Implantierbare Defibrillatoren – Aggregatwechsel (09n5-DEFI-AGGW)

  • QSKH-RL

Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (implantable cardioverter-defibrillator, ICD) besteht ähnlich einem Herzschrittmacher aus einem Aggregat, das Elektronik (Mikrocomputer) und Batterie in einem Gehäuse vereint. Über Elektroden ist das Aggregat mit dem Herzen verbunden. Ist nach einer Laufzeit von mehreren Jahren die Batterie erschöpft, wird ein Aggregatwechsel erforderlich. Hierbei können meist die vorhandenen Sonden am Herzen belassen werden.

Die Qualität von Eingriffen zum Wechsel des ICD-Aggregats wird  anhand von Indikatoren gemessen, die sich auf die Durchführung notwendiger Funktionsmessungen des Defibrillators während der Operation sowie auf Komplikationen im Zusammenhang mit dem Eingriff beziehen. Die Dauer des Eingriffs bei Aggregatwechseln wird in einem Indikator bewertet, der auch Implantationen von Defibrillatoren umfasst und im Auswertungsmodul Implantierbare Defibrillatoren – Implantation berichtet wird.

Auswertung und Rechenregeln: Implantierbare Defibrillatoren – Revision/Systemwechsel/Explantation (09n6-DEFI-REV)

  • QSKH-RL

Dieses QS-Verfahren betrifft die Qualitätssicherung bei erneuten Eingriffen (Revisionen) an implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (implantable cardioverter-defibrillator, ICD), bei ihrer Entfernung (Explantation) oder bei Systemwechseln.

Die Revisionseingriffe werden nach dem Anlass des Folgeeingriffs unterteilt:

  • Hardwareproblem: Folgeeingriff aufgrund eines technischen Problems des ICD-Aggregats (Fehlfunktion/Rückruf oder sonstige aggregatbezogene Indikation) oder der Sonden (nach mehr als einem Jahr auftretende Sondenbrüche oder Isolationsdefekte)
  • prozedurassoziiertes Problem: Komplikation der Aggregattasche oder der Sonden, die kurz nach einem ICD-Eingriff eintritt
  • Infektion: Früh auftretende System- oder Sondeninfektion

Die Indikatoren dieses Auswertungsmoduls betreffen zum einen mögliche Ursachen für die Reparatur, den Wechsel oder das Entfernen eines Defibrillators. Zum anderen beziehen sie sich auf Komplikationen im Umfeld der Operation und die risikoadjustierte Sterblichkeit im Krankenhaus.

Die Ergebnisse der Reizschwellen- und Amplitudenmessungen der Sonden (Bestimmungen des elektrischen Impulses) werden zusammen mit den Daten zu Erstimplantationen und Aggregatwechseln ausgewertet. Die Indikatoren sind den Auswertungsmodulen Implantierbare Defibrillatoren – Implantation und Implantierbare Defibrillatoren – Aggregatwechsel zugeordnet.